BroadChain News, 28. April – Tianfeng International Securities Analyst Ming-Chi Kuo hat bekannt gegeben, dass OpenAI mit MediaTek und Qualcomm an der Entwicklung von Mobilprozessoren zusammenarbeitet. Luxshare Precision ist der exklusive Auftragsfertiger, die Massenproduktion wird für 2028 erwartet. Nach Bekanntwerden der Nachricht stiegen die Aktienkurse in der Lieferkette sofort an. Analysten begannen, die Auftragszuwächse für MediaTek, die Optimierung der Kundenstruktur von Luxshare Precision und die Lizenzeinnahmen aus Qualcomms Basisbandlösungen zu berechnen. Doch die Kernfrage lautet: Warum sollte ein Unternehmen, das voraussichtlich erst 2030 profitabel wird und bis dahin kumuliert bis zu 115 Milliarden US-Dollar verbrennt, ein Smartphone bauen?
Das Abonnementmodell stößt an seine Grenzen. OpenAI erzielte 2025 einen ARR von 20 Milliarden US-Dollar und ChatGPT hat 500 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Ein Bericht der Deutschen Bank zeigt jedoch, dass nur etwa 5 % der Nutzer zahlen. Selbst das Pro-Abonnement für 200 US-Dollar pro Monat schreibt Verluste. 2025 verbrannte das Unternehmen insgesamt rund 9 Milliarden US-Dollar, wobei 70 % der Einnahmen von den Serverkosten aufgefressen wurden. Noch besorgniserregender: Die europäische Nutzerbasis für kostenpflichtige Abonnements stagnierte in der zweiten Jahreshälfte 2025 nahezu. Das Problem des Abonnementmodells: Die Kosten steigen linear mit der Nutzerzahl, während die Einnahmen vorzeitig ihren Höhepunkt erreichen.
Auch die beiden Wege Werbung und Unternehmensdienste sind überfüllt. OpenAI hat bereits mit Werbetests begonnen und einen Monetarisierungsexperten von Meta abgeworben, steht jedoch direkt vor dem milliardenschweren Burggraben der Google-Suchwerbung. Der Anteil der Unternehmensdienste an den Einnahmen beträgt über 40 %, aber das Programmiertool von Anthropic erzielt bereits einen annualisierten Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar und wurde zeitweise höher bewertet als OpenAI. Als dritter Weg bleibt nur noch Hardware. OpenAIs CFO Sarah Friar sagte unverblümt: "Hardware wird die nächste Wertschöpfungsebene für ChatGPT sein und Nutzer-Upgrades sowie Abonnementwachstum vorantreiben."
Hardware ist im Kern ein Ausweg aus der finanziellen Notlage. Bei einem Smartphone, das ein ChatGPT-Abonnement bündelt, zahlen Nutzer mit dem Kauf des Geräts automatisch monatlich, ohne manuell upgraden zu müssen. Dies ähnelt der Logik der iCloud-Speicherbindung beim iPhone. Die von Kuo skizzierte technische Erzählung, dass KI-Agenten das Smartphone neu definieren, ist zwar vorhanden, aber die zugrundeliegende Triebfeder ist realistischer: OpenAI braucht neue Monetarisierungskanäle, um das jährliche Loch von fast 10 Milliarden US-Dollar zu stopfen. Vor dem geplanten Börsengang im 4. Quartal 2026 mit einer Bewertung von einer Billion US-Dollar muss es der Wall Street eine Wachstumsgeschichte jenseits von "das Modell wird stärker" präsentieren. Weltweit werden jährlich Milliarden von Smartphones verkauft – selbst ein kleiner Anteil daran reicht aus, um eine signifikante Umsatzkurve zu erzielen.
Die historischen Lehren aus KI-Hardware sind noch frisch. Humane AI Pin sammelte 230 Millionen US-Dollar ein, kostete 699 US-Dollar plus 24 US-Dollar monatliche Gebühr und verkaufte weniger als 10.000 Einheiten. Ob OpenAI vermeiden kann, in dieselbe Falle zu tappen, hängt davon ab, ob es die technische Erzählung in ein nachhaltiges Geschäftsmodell übersetzen kann.
