BroadChain News, 27. April, 15:16 – Stablecoins durchlaufen derzeit einen Identitätswandel. Ursprünglich dienten sie lediglich als Handelsinstrumente zwischen Börsen; später entwickelten sie sich zu langfristigen Sparinstrumenten. Heute deuten die Daten auf eine völlig neue Richtung hin: Stablecoins werden zum Fundament der globalen Finanzinfrastruktur. Neun Diagramme von a16z crypto zeigen die entscheidenden Trends hinter diesem Wandel.
Regulatorische Klarheit beschleunigt das Marktwachstum. Der US-amerikanische GENIUS Act schafft den ersten bundesstaatlichen Regulierungsrahmen für Stablecoin-Emittenten, und seine Auswirkungen sind unmittelbar spürbar: Das bereinigte Transaktionsvolumen von Stablecoins stieg bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes über mehrere Quartale hinweg stetig an und beschleunigte sich nach der Umsetzung weiter, um im ersten Quartal 2026 rund 4,5 Billionen US-Dollar zu erreichen. Die MiCA-Verordnung in Europa wiederum hat einen Markt für Nicht-USD-Stablecoins hervorgebracht, dessen monatliches Transaktionsvolumen von nahezu null auf stabile 15 bis 25 Milliarden US-Dollar anstieg.
Die Nutzung im kommerziellen Zahlungsverkehr expandiert rasant. Im Jahr 2025 führen Peer-to-Peer (C2C)-Transaktionen mit 789,5 Millionen Transaktionen deutlich; am schnellsten wachsen jedoch die Consumer-to-Business (C2B)-Transaktionen, die von 124,9 Millionen im Jahr 2024 auf 284,6 Millionen im Jahr 2025 sprangen – ein Anstieg von 128 % im Jahresvergleich. Bei Stablecoin-Zahlungskartenprojekten auf Basis der Rain-Technologie stiegen die monatlichen Sicherheiteneinlagen von nahezu null im November 2024 auf über 300 Millionen US-Dollar pro Monat Anfang 2026.
Die Umlaufgeschwindigkeit von Stablecoins hat sich deutlich erhöht. Seit Anfang 2024 hat sich die Geschwindigkeit (monatliches bereinigtes Transfervolumen geteilt durch die Marktkapitalisierung im Umlauf) nahezu verdoppelt, von 2,6 auf 6,0. Dies deutet darauf hin, dass die Transaktionsnachfrage schneller wächst als die Neuemissionen und die Effizienz der Kapitalnutzung erheblich gestiegen ist. Ohne Berücksichtigung von Transaktionen und börsenbezogenen Aktivitäten lag das geschätzte Zahlungsvolumen von Stablecoins im letzten Jahr zwischen 350 und 550 Milliarden US-Dollar, wobei Business-to-Business (B2B)-Zahlungen dominierten.
Geografisch betrachtet entfällt fast zwei Drittel des Transaktionsvolumens auf Asien, hauptsächlich aus Singapur, Hongkong und Japan; Nordamerika macht etwa ein Viertel aus, Europa rund 13 %. Der Aufstieg von Nicht-USD-Stablecoins beschränkt sich nicht nur auf Europa, auch Schwellenländer übernehmen sie schnell. Das monatliche Transfervolumen des an den Brasilianischen Real gekoppelten Stablecoins BRLA stieg von rund 200 Millionen US-Dollar Mitte 2024 auf rund 2 Milliarden US-Dollar Ende 2025 – ein zehnfacher Anstieg.
