浦发银行信息科技部万化:“区块链+”模式重构银行生态系统

Wan Hua, Abteilung für Informationstechnologie der Shanghai Pudong Development Bank: Das Modell „Blockchain+“ rekonstruiert das Bank-Ökosystem

BroadChainBroadChain18.01.2020, 12:05
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Zusammenfassung

Die Bedeutung der Integration von Blockchain-Technologie in konkrete Bank-Szenarien wird zunehmend deutlich.

Als eine neue Technologie, die weltweit als Treiber für eine Welle des technologischen und industriellen Wandels gilt, ist Blockchain längst zu einem Schwerpunkt für zahlreiche Finanzinstitute geworden. Im Vergleich zu anderen Technologien weist Blockchain eine besonders hohe Übereinstimmung mit den Anforderungen an die Modernisierung des Finanzsektors auf und spielt daher eine entscheidende Rolle bei der digitalen Transformation der Branche. Laut dem Bericht „Archaikum – Chinas Blockchain-Finanzbranche im Jahr 2019“ von iResearch kommt die Technologie bereits in Bereichen wie Supply-Chain-Finanzierung, Vermögensverwaltung, Zahlungsabwicklung und Risikomanagement zum Einsatz.

Es zeigt sich immer deutlicher, dass die konkrete Integration von Blockchain in spezifische Bankanwendungen von großer Bedeutung, aber auch eine Herausforderung ist. Kürzlich erklärte Wan Hua, stellvertretender Leiter der IT-Abteilung der Shanghai Pudong Development Bank (SPD Bank), im Interview mit der „China Business News“: „Die isolierte Anwendung von Blockchain hat nur begrenzte Wirkung. Immer mehr etabliert sich ein ‚Blockchain-plus‘-Modell, bei dem Blockchain mit innovativen Technologien wie dem Internet der Dinge (IoT), Künstlicher Intelligenz (AI) und Big Data kombiniert wird. So entstehen völlig neue Geschäftsmodelle.“

Als neuartige Technologie birgt Blockchain noch viele Unsicherheiten. Wan Hua rät Banken, bei der Erforschung und Anwendung sowohl die technischen als auch die geschäftlichen Risiken innovativer Technologien sorgfältig abzuwägen. Dies könne beispielsweise durch Pilotprojekte in einer kontrollierten Sandbox-Umgebung geschehen, um die Anwendungen schrittweise zu verfeinern und zur Reife zu bringen, bevor sie breit eingeführt werden.

Blockchain als Enabler für Open Banking

„China Business News“: Welche Bedeutung hat die Entwicklung der Blockchain-Technologie aus Ihrer Sicht für den Bankbetrieb?

Wan Hua: Die Blockchain-Technologie schafft eine neue Grundlage für vertrauenswürdige Umgebungen. Auf dieser Basis lassen sich neue Formen der sozialen Produktionsorganisation und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Traditionelle Bankgeschäfte fungieren als Vertrauensvermittler zwischen verschiedenen Finanzparteien. Mit der Weiterentwicklung der Blockchain wird diese zur neuen Finanzinfrastruktur, die ein datengetriebenes Open Banking ermöglicht, Geschäftsökosysteme neu gestaltet und für Geschäftsbanken neuen Mehrwert schafft.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die isolierte Anwendung von Blockchain nur begrenzte Wirkung entfaltet. Immer mehr etabliert sich das erwähnte „Blockchain-plus“-Modell, bei dem Blockchain mit IoT, AI und Big Data kombiniert wird und so völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Vor diesem Hintergrund müssen Banken stärker auf offene Modelle setzen, Ökosystem-Communities aufbauen, Technologien aktiv adaptieren und nach neuen Win-win-Möglichkeiten suchen.

„China Business News“: In welchen Geschäftsfeldern setzen Sie bereits Blockchain-Technologie ein?

Wan Hua: Seit 2016 verfolgt die SPD Bank intensiv die Forschung und praktische Erprobung von Blockchain. So war die Bank an der Entwicklung einer digitalen Wechselplattform beteiligt und nahm an der ersten vollständigen Lebenszyklus-Abwicklung eines blockchainbasierten digitalen Wechsels teil.

Seit September 2017 ist die SPD Bank Mitglied der China Trade Finance Blockchain Alliance und erforscht dort den Einsatz von Blockchain im Handelsfinanzbereich. Diese Plattform ermöglicht bankübergreifende Forfaiting- und Akkreditiv-Transaktionen via Blockchain, beschleunigt die Prozesse und gewährleistet gleichzeitig die Vertrauenswürdigkeit der Transaktionsinhalte, was die Effizienz steigert.

2018 gründete die SPD Bank offiziell ein Innovationslabor, das sich schwerpunktmäßig mit Blockchain befasst und die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich fortsetzt. Gemeinsam mit dem Innovationslaborkooperationspartner Baidu wurde Ende 2018 die Blockchain-Anwendungsplattform „Stereo Chain Network“ lanciert – eine plattformübergreifend kompatible Lösung, die als erste ihrer Art mehrere Frameworks wie Ethereum, Hyperledger Fabric und Baidus Superchain unterstützt. Die Plattform bietet modulare, austauschbare Blockchain-Frameworks und stellt einen einheitlichen Rahmen für vielfältige Anwendungsszenarien bereit.

„China Business News“: Wie ist Ihr Haus derzeit im Bereich Blockchain personell aufgestellt?

Wan Hua: Die SPD Bank begann 2016 mit der Erforschung von Blockchain und gründete 2018 ein Innovationslabor, das die Technologie in Projektgruppen erforscht und anwendungsorientiert erprobt. Derzeit konzentriert sich die Blockchain-Projektgruppe sowohl auf technische Fachforschung als auch auf die Umsetzung von Anwendungen. Zukünftig wird die SPD Bank ihre Investitionen in Blockchain weiter erhöhen und ein professionelles Technikteam mit eigenständiger Kontroll- und Innovationskompetenz aufbauen.

Erfahrung durch Praxis und Erkundung sammeln

„China Business News“: Wie können Banken unterschiedlicher Größe Blockchain konkret in ihre Geschäfte integrieren?

Wan Hua: Blockchain ist per Definition eine Mehrparteientechnologie, die dezentrale (oder multizentrische) Organisationsformen nutzt und auf die gemeinsame Nutzung und Zusammenarbeit mehrerer Parteien abzielt – wobei jede aktiv im Konsortium mitwirken kann. Andererseits ist Blockchain technisch komplex; für die führende Partei eines Konsortiums bedeutet das, dass sie einen gewissen Einfluss auf dessen technische und geschäftliche Regeln hat.

Banken unterschiedlicher Größe können auf verschiedene Weise an Blockchain-Konsortien teilnehmen. Entscheidend ist, durch praktische Erfahrung und kontinuierliche Erkundung technisches Know-how, Geschäftsverständnis und Fachpersonal aufzubauen, um langfristig eine führende Rolle in solchen Konsortien übernehmen zu können.

„China Business News“: Es ist bekannt, dass Finanzinstitute im Blockchain-Bereich eher vorsichtig agieren. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe? Welche Hindernisse gibt es derzeit?

Wan Hua: Die Blockchain-Technologie steht vor dem sogenannten „Unmöglichkeitsdreieck“ – sie kann nicht gleichzeitig Dezentralisierung, Sicherheit und hohe Leistungsfähigkeit vereinen. Unter dem Aspekt der Dezentralisierung ist ein Konsens aller Teilnehmer nötig, um Konsistenz und damit Sicherheit zu gewährleisten. Zudem muss die Leistungsfähigkeit von Blockchain-Systemen weiter verbessert werden.

Blockchain ist eine integrative Anwendung verschiedener Technologien, darunter Kryptographie und verteilte Systeme. Es gibt zudem viele technische Frameworks. Damit Finanzinstitute die zugrundeliegende Technologie vollständig beherrschen, sind erhebliche Investitionen in Fachpersonal und Zeit nötig, um von einer flexiblen Anwendung zur eigenständigen Kontrolle zu gelangen.

Hinzu kommt die Vielzahl unterschiedlicher Blockchain-Frameworks: Bei Public Blockchains dominieren Ethereum und EOS; bei Permissioned Blockchains (Konsortiums-Blockchains) sind Hyperledger Fabric und Quorum verbreitet. Daneben gibt es viele von verschiedenen Anbietern optimierte Frameworks auf Basis öffentlicher Open-Source-Versionen. Bislang fehlt jedoch ein einheitlicher technischer Standard sowie eine ausgereifte Cross-Chain-Lösung. Das gesamte Blockchain-Ökosystem befindet sich daher in einer Phase des „Wettbewerbs vieler Machtzentren“. Dies wirkt sich auch auf die Geschäftsführung und Koordination innerhalb von Blockchain-Konsortien aus und behindert deren Entwicklung.

„China Business News“: Als neuartige Technologie: Worauf sollten Banken bei der Anwendung von Blockchain besonders achten?

Wan Hua: Die Blockchain-Technologie befindet sich noch in einer dynamischen Entwicklungsphase. Im Vordergrund stehen daher Innovationspilotprojekte und Anwendungserkundungen. Entscheidend ist, konkrete Anwendungsszenarien als Ausgangspunkt zu nehmen und die zugrundeliegende Technologie intensiv zu erforschen und zu optimieren. Gleichzeitig müssen die technischen und geschäftlichen Risiken innovativer Technologien sorgfältig abgewogen werden – etwa durch Pilotanwendungen in einer kontrollierten Sandbox, gefolgt von schrittweiser Verfeinerung vor der breiten Einführung. Parallel dazu gilt es, im praktischen Einsatz kontinuierlich ein qualifiziertes Fachteam aufzubauen.