货币游戏带你理解世界货币演进史:从实物支撑到结算权支撑

Das Währungsspiel: Verstehen Sie die Geschichte der weltweiten Geldentwicklung – von physischer Stützung bis hin zur Abrechnungsrechte-Stützung

BroadChainBroadChain09.02.2020, 15:13
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Zusammenfassung

Der Aufbau eines Währungssystems ist ein systemtechnisches Unterfangen.

Die Pandemie hält an und zwingt viele Menschen ins Haus – doch das Leben geht weiter, und mit ihm wachsen auch wir.

Als verantwortungsvoller WeChat-Kanal möchten wir unsere Leser dazu ermutigen, die Zeit zu Hause sinnvoll zu nutzen und Neues zu lernen. So leisten wir gemeinsam einen Beitrag zur Eindämmung des Virus. Aus diesem Grund haben wir ein „Geldspiel“ entwickelt, das zeigt, welche Rolle Geld in einer Volkswirtschaft wirklich spielt.

Spielregeln

In diesem Spiel sind Sie Gott – Ihr Ziel ist es, für stabiles und kontinuierliches Wirtschaftswachstum zu sorgen.

Sie lenken die gesellschaftliche Entwicklung durch verschiedene Epochen und setzen dabei alle historisch bekannten Geldformen oder geldähnlichen Instrumente ein, um das Wachstum voranzutreiben.

Unter Ihrer Führung können Sie einer Volkswirtschaft ein oder mehrere Geldsysteme „verabreichen“, um zu erforschen, wie ein langfristig stabiler Wirtschaftskreislauf funktioniert – und dabei erkennen, welche zentrale Verbindungsrolle das Geld spielt.

Kapitel 1

Die Ära der Wildnis: Sachwerte regieren

RUNDE 1

Mit dem Geldspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Währungen: von sachwertgestützten zu abwicklungsrechtgestützten Währungen

Ausgangslage: In der ersten Runde testen Sie, was passiert, wenn Sie keinerlei monetäre Funktion ausüben und die Gesellschaft sich selbst überlassen – also tun Sie erstmal gar nichts.

Entwicklung: Die Gesellschaft funktioniert zwar, aber über lange Zeit entstehen kaum Innovationen – alles wirkt lethargisch und erstarrt.

Ende: Eines Tages greifen wilde Tiere aus dem Dschungel an – die Bevölkerung ist nicht wehrhaft genug.

Fazit: In der Natur gilt das Gesetz des Stärkeren – wer zurückbleibt, wird vernichtet.

RUNDE 2

Ausgangslage: Sie merken, dass reines Zuschauen nicht funktioniert. In dieser Runde wählen Sie bewusst ein Sachgeld als Basis. Als Anfänger entscheiden Sie sich für Gold.

Entwicklung: Anfangs funktioniert der Geldkreislauf gut – die Wirtschaft wächst stabil. Immer mehr Menschen schürfen Gold, um es in Umlauf zu bringen. Doch allmählich können die Fördermengen mit dem Wirtschaftswachstum nicht mehr mithalten – der gesamte Kreislauf verlangsamt sich.

Ende: Ohne ergänzende Geldformen sinkt die Tausch effizienz drastisch – die gesellschaftliche Entwicklung kommt fast zum Erliegen.

Fazit: Gold ist selten und sein Angebot begrenzt – es kann sich nicht an eine wachsende Wirtschaft anpassen.

RUNDE 3

Mit dem Geldspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Währungen: von sachwertgestützten zu abwicklungsrechtgestützten Währungen

Ausgangslage: Nach reiflicher Überlegung wählen Sie Eisenmünzen – eine Geldform mit deutlich größerem Angebot.

Entwicklung: Diesmal reicht das Geldangebot aus – alle Tauschgeschäfte laufen reibungslos. Doch plötzlich bricht ein Aufstand aus: Ein Transportwagen mit Eisenmünzen kippt um und fordert viele Todesopfer – alles nur, um ein üppiges Festmahl zu bezahlen.

Ende: Die Verwaltung, der Handel, die Lagerung und der Transport der Eisenmünzen verschlingen den Großteil der Transaktionskosten. Die Menschen verlieren zunehmend die Lust, Eisenmünzen zu nutzen – die Wirtschaft stagniert erneut.

Fazit: Ein zu großes Angebot führt zu massiven Transaktionsfriktionen (kurz gesagt: Das Geld wird zu schwerfällig).

Historisches Beispiel: In der Song-Dynastie musste man etwa 65 kg Eisenmünzen transportieren, um ein Stück Stoff zu kaufen – die Transportkosten waren immens.

RUNDE 4

Mit dem Geldspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Währungen: von sachwertgestützten zu abwicklungsrechtgestützten Währungen

Ausgangslage: Sie versuchen es noch einmal mit Gold. Sobald das Wachstum nachlässt, greifen Sie ein und führen eine zweite Währung ein – Silber – samt gesetzlichem Umtauschkurs.

Entwicklung: Da Silber im Vergleich zu Gold reichlicher vorhanden ist, kaufen Spekulanten Gold auf und bevorzugen Silber für den täglichen Zahlungsverkehr.

Ende: Gold wird allmählich vom Markt verdrängt – es zirkuliert wieder nur eine einzige Geldart.

Ihre Erkenntnis: Ein Mehrfach-Sachgeldsystem führt grundsätzlich zu Preisinstabilität. Unweigerlich entstehen Arbitrage-Möglichkeiten, die die Stabilität des Systems untergraben.

Historisches Beispiel: Weltweit gab es lange Zeit Mehrfach-Sachgeldsysteme. Das klassische „Greshamsche Gesetz“ („Schlechtes Geld verdrängt gutes Geld“) zeigte sich im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts: Die Menschen tauschten „gutes Geld“ (Goldmünzen) gegen größere Mengen „schlechtes Geld“ (Silbermünzen) ein, schmolzen die Goldmünzen ein und verkauften sie als Barren.

RUNDE 5

Mit dem Geldspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Währungen: von sachwertgestützten zu abwicklungsrechtgestützten Währungen

Ausgangslage: Diesmal wählen Sie eine andere Taktik: Sie starten wieder mit Gold. Sobald ein Mangel auftritt, kaufen Sie Goldmünzen zurück und prägen sie neu – mit reduziertem Goldgehalt. So erhöht sich die Anzahl der umlaufenden Münzen.

Evolution: Eine Anpassung der Münzprägung mildert die Deflation zunächst tatsächlich ab. Doch mit der Zeit wird eine zweite, dann eine dritte, vierte Anpassung nötig …

Dabei tritt ein realistischeres Problem zutage: Da bei jeder neuen Prägung nicht das gesamte alte Geld eingezogen werden kann, zirkulieren Münzen unterschiedlichen Feingehalts gleichzeitig – es entsteht de facto ein Mehrwährungssystem.

Ende: Chaotische Wechselkurse führen schließlich zum Zusammenbruch des Wirtschaftssystems.

Zusammenfassung: Der Versuch, ein Einheitswährungssystem zu verbessern, mündet in ein Mehrwährungssystem. Dennoch: Herzlichen Glückwunsch – Sie haben die Schwelle zum nächsten Zeitalter erreicht, dem des Fiatgeldes. Denn mit der schrittweisen Verringerung des Edelmetallanteils in den Münzen wird jener zusätzliche Wert durch das Vertrauen in den „Staat“ geschaffen.

Historisches Beispiel: In der englischen Geschichte gab es fast 20 bedeutende Münzreformen. Allein zwischen 1688 und 1695 – also in nur sieben Jahren – sank der Silbergehalt eines Pfund Sterling von 88 % auf nur noch 50 %. In moderner Terminologie entspricht das einer Abwertung um 44 % innerhalb von sieben Jahren.

Wissenswertes

Mehrwährungssystem physischer Geldformen:

Das größte Problem besteht darin, dass ständige Neuprägungen und die parallele Zirkulation mehrerer Währungen nötig sind, um das physische Geld an das Wirtschaftswachstum anzupassen. Das führt unweigerlich zu chaotischen Wechselkursen, erhöht den Verwaltungsaufwand erheblich und begünstigt Falschgeld.

Anhang: Historisch als Zahlungsmittel genutzte Gegenstände:

● Edelmetallbarren (z.B. im antiken Mesopotamien oder bei modernen Zentralbanken)

● Salz (in Nordafrika, China und dem Mittelmeerraum als Konservierungs- und Würzmittel, zeitweise als Zahlungsmittel)

● Rinder (im alten Indien und Afrika)

● Sklaven (z.B. im antiken Rom, Griechenland oder Teilen Indiens)

● Kakaobohnen und Textilien (im alten Mexiko)

● Kaurischnecken (im alten China und auf den Malediven)

● Perlen (im afrikanischen Sklavenhandel)

● Federn (auf den Santa-Cruz-Inseln und Salomonen)

● Hundezähne (in Papua-Neuguinea)

● Walzähne (auf Fidschi)

● Riesige, kaum transportierbare Steinplatten [auf der pazifischen Insel Yap]

● Messer oder andere Werkzeuge (in bestimmten afrikanischen Regionen)

● Eisenringe und Armreifen (in bestimmten afrikanischen Regionen)

● Kupferstäbe [beim westafrikanischen Tiv-Volk]

● Spechthaube [bei den Karok im kalifornischen Binnenland]

● Menschenschädel (auf Sumatra)

● Muschelperlenketten (in den amerikanischen Kolonien)

● Zigaretten (in Kriegsgefangenenlagern, im Nachkriegsdeutschland und in modernen Gefängnissen)

Kapitel 2

Die Fiat-Geld-Ära: Vertrauen ist König

RUNDE 6

Mit dem Währungsspiel verstehen Sie die Weltgeschichte der Geldentwicklung: von materieller Stützung bis hin zur Abrechnungsrecht-Stützung

Jiaozi der Nordsong-Dynastie

Start: Nach dem Scheitern der physischen Währung überlegen Sie, ob es nicht einfacher wäre, gleich mit Papiergeld zu beginnen.

Evolution: Sie führen direkt ein modernes Papiergeldsystem ein, bei dem eine Zentralbehörde das Geld druckt. Doch die Bevölkerung hält dieses Geld für wertlos, sodass es nur in sehr begrenzten Kreisen zirkuliert.

Ende: Den meisten Transaktionen fehlt ein geeignetes Tauschmittel. Die Gesellschaft entwickelt sich nur langsam.

Ihre Erkenntnis: Ein „Level-Skip“ ist nicht so einfach – die Entwicklung von Geld braucht Zeit, kulturelle Verankerung und ein wachsendes kollektives Verständnis in der Wirtschaft.

Historisches Beispiel: Bis heute nutzen viele indigene Völker in Afrika, die keinen Kontakt zur modernen Zivilisation haben, nach wie vor verschiedene physische Güter als Tauschmittel.

RUNDE 7

Start: Sie bleiben bei der Entwicklungslinie der Edelmetalle. Doch was tun, wenn diese zu schwer und unpraktisch sind? Sie haben die Idee, stattdessen Goldzertifikate einzuführen, die 100 % Gold repräsentieren.

Das Prinzip: Die Bevölkerung lagert ihr Gold bei einer vertrauenswürdigen Institution ein und erhält dafür ein entsprechendes Zertifikat – ein Stück Papier ist viel leichter zu transportieren. Zur Vereinfachung beschränken Sie die Ausgabe nicht nur auf staatliche Stellen; auch private Institutionen mit ausreichenden Edelmetallreserven dürfen Zertifikate emittieren.

Evolution: Die Einführung von Goldzertifikaten erleichtert den Wirtschaftsverkehr tatsächlich spürbar. Doch dieser Zwischenschritt – die Ausgabe der Zertifikate – gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die Qualität der Emittenten war sehr unterschiedlich: Anfangs entsprach eine Goldmünze noch genau einer Goldnote. Später ging man jedoch schrittweise dazu über, dass ein Teil der ausgegebenen Goldnoten nicht mehr vollständig durch Gold gedeckt war. Im Umlauf befanden sich immer mehr Banknoten, während die Institute die Auszahlung von Goldmünzen zunehmend verzögerten.

Ende: Die immer ineffizienter arbeitenden Institute lösten schließlich die lange aufgestaute Unzufriedenheit in der Bevölkerung aus. Es kam zu einer Bankenpanik – und dieser Versuch scheiterte erneut.

Ihre Erkenntnis: Das grundlegende Problem von Fiatgeld lag im unkontrollierbaren Einzelrisiko der Kreditwürdigkeit. Zwar gab es bereits Papiergeld, doch das eigentliche Vertrauen ruhte noch nicht darauf. Die Menschen akzeptierten es nur, weil es im Verhältnis 1:1 durch Edelmetalle gedeckt war.

Ein Beispiel ist der „Jiaozi“, die früheste Papierwährung Chinas aus der Song-Dynastie, die schwere Eisenmünzen ersetzen sollte. Doch menschliche Schwächen führten unweigerlich zur Unterschlagung der hinterlegten Reserven. Unser heutiges Bankensystem ähnelt diesen historischen „Jiaozi-Banken“, verfügt jedoch über verbesserte Reservehaltung und eine robustere Finanzarchitektur, um Paniken vorzubeugen.

RUNDE 8

Mit dem Währungsspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Geldsysteme: von materieller Deckung hin zur Abrechnungsrecht-Deckung

Hyperinflation in Simbabwe

Start: Sie sind überzeugt, dass nicht die Goldnoten, sondern die Institute das Problem sind. Daher verbieten Sie allen anderen die Geldausgabe – nur noch die staatliche Wirtschaftsbehörde darf Papiergeld emittieren. Die Deckung wird auf Gold, Silber, Kupfer und weitere Edelmetalle ausgeweitet. Entscheidend ist Ihre neue Vorschrift: Alle Steuern sind fortan in den neuen Goldnoten zu zahlen. Diesmal scheint der Erfolg greifbar.

Entwicklung: Um mit dem Wirtschaftswachstum Schritt zu halten, erscheint eine gewisse Überemission zunächst harmlos. Das von der Zentralbehörde kontrollierte Kapitalvolumen ist so groß, dass eine Bankenpanik unwahrscheinlich ist. Tatsächlich kann es gar keine klassische Panik geben, da die Bürger keinen direkten Zugang zu den Staatsreserven haben.

Die Wirtschaft stabilisiert sich über Jahre, was das Selbstvertrauen der Behörde stärkt. Sie glaubt nun, die Geldmenge beliebig steuern zu können. Bei jeder wirtschaftlichen Schwierigkeit wird einfach neues Geld gedruckt.

Ende: Eine schleichende Vergiftung setzt ein. Der Markt durchschaut die Überemission und weicht zunehmend auf Edelmetalltransaktionen aus. Der Wert des Papiergeldes gegenüber Edelmetallen sinkt kontinuierlich – bis das gesamte System kollabiert.

Ihre Erkenntnis: Positiv ist die Einführung des Steuerrechts – der zentralen Stütze jedes Fiatgeldsystems! Negativ bleibt die Versuchung: „Geld drucken macht kurzfristig Spaß, und dauerhaftes Drucken verführt zu dauerhaftem Spaß.“ Historisch sind unzählige Volkswirtschaften an einer Geldüberflutung gescheitert. Dieses Muster wiederholt sich in verschiedenen Regionen und Epochen und ist die häufigste Todesursache für Währungen.

Ein aktuelles Beispiel ist der venezolanische Bolívar: Seit November 2017 herrscht in Venezuela eine Hyperinflation mit monatlichen Raten von über 50 %. Bis Mitte 2019 stiegen die Preise im Vergleich zu 2018 um mehr als das 1,6-Millionenfache.

Mit dem Währungsspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Geldsysteme: von materieller Deckung hin zur Abrechnungsrecht-Deckung

RUNDE 9

Start: Nach den Inflationskrisen erkennen Sie: Papiergeld kann kurzfristig Liquidität schaffen, aber es fehlt ein Mechanismus, um überschüssiges Geld wieder einzusammeln. In Ihrer Werkzeugkiste finden Sie eine mögliche Lösung: „Anleihen“.

Entwicklung: Durch den Verkauf von Anleihen an bestimmte Gruppen (etwa wohlhabende Bürger) sammeln Sie einerseits benötigte Mittel ein, während die gesamte Geldmenge stabil bleibt – eine Win-win-Situation.

Natürlich müssen Sie für das geliehene Kapital Zinsen zahlen. Die Kombination aus Papiergeld und Anleihen scheint unschlagbar. Doch bald zeigen sich die Folgen: Die angehäuften Zins- und Tilgungszahlungen sind nicht mehr zu bedienen.

Es finden sich immer weniger Investoren für neue Anleihen. Angesichts drohender Wirtschaftsprobleme beschließen Sie, kleinere Gläubigergruppen zu opfern, um das Gesamtsystem zu retten, und kündigen einen Schuldenschnitt an.

Ende: Die Gläubiger wehren sich geschlossen und lösen eine Revolution aus – die gesamte Gesellschaft stürzt in wirtschaftliches Chaos.

Fazit: Herzlichen Glückwunsch – Sie haben den Grundstein für das moderne Geldsystem gelegt. Die größte Herausforderung liegt nun in der präzisen Steuerung der Geldpolitik. Die Geldmenge muss stets im Einklang mit der realen Wirtschaftsnachfrage stehen.

Hintergrundwissen

Das Fiatgeldsystem einer Volkswirtschaft:

Sein zentraler Stützpfeiler ist das Steuerrecht. Studien zeigen: Geld ist im Kern das allgemein akzeptierte Tauschmittel. Während Warengeld sich natürlich durchsetzte, erlangt Fiatgeld seine dominante Stellung primär durch das Steuerrecht. Das Problem: Das System hängt übermäßig von der Kompetenz der Verantwortlichen ab. Um Konjunkturschwankungen auszugleichen, sind verschiedene politische Instrumente nötig. Deren Wirkung, Übertragungswege, Stärke und Zielgenauigkeit sind jedoch extrem schwer zu steuern – eine hochkomplexe systemische Aufgabe.

Kapitel drei

Das Handelszeitalter: Abrechnung ist König

RUNDE 10

Mit dem Währungsspiel verstehen Sie die weltweite Evolution der Geldsysteme: von materieller Deckung hin zur Abrechnungsrecht-Deckung

Start: Während Sie vorsichtig Zinssatz und Wirtschaftsaktivität justieren, erscheint plötzlich ein Fenster: „Möchten Sie ein Online-Multiplayer-Spiel starten?“ Ohne zu zögern klicken Sie auf „JA“.

WOW! Zahlreiche Spieler tauchen auf – jeder mit seinem eigenen Wirtschaftssystem. Zwischen euch entsteht ein neues Bedürfnis: Handel.

Als Handelsneuling möchten Sie zwar eigene Ressourcen exportieren, besitzen aber keine Preisgestaltungsmacht für Ihre Währung. Sie müssen die Währung Ihres Nachbarlandes als Abrechnungswährung akzeptieren.

Entwicklung: Durch massiven Ressourcenexport häufen Sie große Mengen der Fremdwährung an. Plötzlich schaltet Ihr Nachbarland die Druckerpresse an und erhöht die Geldmenge massiv.

Ende: Wechselkursseitig steigt Ihre Währung – doch sie ist nur im Inland nutzbar. Die reale Kaufkraft Ihrer Fremdwährungsreserven schrumpft dramatisch. Ihr Gesamtvermögen schwindet rapide.

Fazit: Die Öffnung der bisher geschlossenen Welt offenbart neue Fallstricke. Es reicht nicht, nur das eigene System zu optimieren – Sie müssen sich auch vor Ausbeutung durch andere schützen.

Ein Lehrbeispiel ist das Plaza-Abkommen von 1985: Japan stimmte einer starken Yen-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar zu. Innerhalb von drei Monaten stieg der Yen um 20 %; in drei Jahren verdoppelte sich sein Wert. Zunächst strömten enorme Dollar-Beträge nach Japan, um Yen zu kaufen. Nach der Aufwertung zog sich dieses Kapital geordnet zurück – und ließ Japan mit gigantischen Devisenverlusten zurück. Ausländische Investoren erzielten enorme Gewinne, während Japan in die „verlorenen 20 Jahre“ eintrat.

RUNDE 11

Ausgangslage: Aus Fehlern wird man klug – dieses Mal überlassen Sie die Kontrolle nicht mehr dem Gegner. Eine Verrechnung ist möglich, aber nicht in seiner Währung. Stattdessen nutzen Sie ein Edelmetall, das allen Parteien zur Verfügung steht.

Verlauf: Ihr wirtschaftlicher Aufschwung und das reichhaltige Warenangebot locken stetig Edelmetalle ins Land, um Ihre physischen Vermögenswerte zu erwerben. Die zuvor reine Papiergeldwirtschaft wandelt sich allmählich zurück zu einem dualen System aus Edelmetall und Papiergeld.

Durch den Edelmetallzufluss und die anhaltenden Exporte scheint der Boom seinen Höhepunkt erreicht zu haben.

Ende: Doch der Glanz verblasst schnell: Um ihr enormes Handelsdefizit auszugleichen, beginnen die anderen Akteure, ihre Waren mit allen Mitteln – bis hin zu Gewalt – zu „entsorgen“ und errichten Handelsschranken. Die Edelmetalle fließen schlagartig ab. Die Wirtschaft rutscht unvermittelt in eine Deflationsphase, und die Bevölkerung leidet große Not.

Kommentar: Eine Rückkehr zum Edelmetallstandard löst das Problem nicht nachhaltig. Hinter dem Handelskrieg verbirgt sich vielmehr ein strategischer Machtkampf zwischen den Großmächten.

Historisches Beispiel: Der Opiumkrieg entzündete sich an Großbritanniens Versuch, den chinesischen Markt gewaltsam zu öffnen und durch Opiumexporte kontinuierlich Silber aus China abzuziehen. Dies untergrub systematisch Chinas zentrale Devisenreserven und stürzte die Wirtschaft in eine tiefe Krise.

Währungsspiel: Verstehen Sie die weltweite Evolution der Geldgeschichte – von materieller Stützung bis hin zur Abrechnungsrecht-Stützung

Britische Truppen besiegen die Tigertruppen der Qing-Dynastie im Opiumkrieg.

RUNDE 12

Ausgangslage: Sie erkennen, dass das Kernproblem bleibt: Das Verrechnungssystem basiert nicht auf Ihrer eigenen Wirtschaftswährung. Daher führen Sie schon beim ersten großen Edelmetallzufluss ein auf Ihrer Papierwährung basierendes Abrechnungssystem ein.

Verlauf: Da Sie über große Edelmetallbestände verfügen und deren Abfluss wirksam verhindern, setzt sich Ihr Papiergeld-Abrechnungssystem zunehmend durch. Ihr Papiergeld wird direkt an den Edelmetallwert gekoppelt. Dadurch sind andere Spieler gezwungen, ihre Wechselkurse an Ihre Währung – und indirekt an den Edelmetallwert – anzupassen.

Schließlich wird Ihre Währung weltweit genutzt. Ein neues Problem taucht auf: Die Nachfrage in Ihrer eigenen Wirtschaft ist überschaubar, doch die aller anderen Volkswirtschaften ist völlig unvorhersehbar. Mit der Zeit reicht Ihr Geldangebot nicht mehr aus, um die steigende Nachfrage zu decken. Sie müssen neues Geld drucken – während die zugrundeliegenden Edelmetallreserven praktisch unverändert bleiben.

Ende: Der Wechselkurs Ihrer Papierwährung zum Edelmetall bricht dramatisch ein. Die Marktteilnehmer wenden sich von Ihrer Währung ab und kehren zum Edelmetallhandel zurück – das mühsam aufgebaute Abrechnungssystem bricht erneut zusammen.

Kommentar: Informieren Sie sich über das Triffin-Dilemma: den Widerspruch zwischen der Stabilität einer internationalen Reservewährung und ihrer notwendigen Überemission.

Historisches Beispiel: Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems und die anschließende Entwicklung des US-Dollars.

RUNDE 13

Ausgangslage: Der vorige Fehlschlag beim Aufbau eines Abrechnungssystems hatte einen entscheidenden Grund: die Rolle der Edelmetalle als verlässliche Deckung. Daher beschließen Sie gemeinsam mit mehreren wohlhabenden Volkswirtschaften, eine Gemeinschaftswährung zu schaffen.

Der Wert dieser Gemeinschaftswährung setzt sich aus den nationalen Währungen der beteiligten Volkswirtschaften zusammen – anteilig zu deren Wirtschaftskraft. Sie soll das „unkontrollierbare“ Edelmetall ersetzen. Entscheidend ist, dass die Gemeinschaftswährung nur als Anker dient und nicht im Umlauf ist.

Im Umlauf sind also weiterhin die nationalen Währungen – die Gemeinschaftswährung fungiert lediglich als Puffer bei kurzfristigem Liquiditätsengpass.

Verlauf: Endlich können Sie Ihre Währung als „Kaiserin Cixi hinter dem Vorhang“ positionieren – sie wird zur tragenden Säule des Abrechnungssystems.

Mit dem rasanten Wachstum der Volkswirtschaften wird eine neue Ressource entdeckt: Kristallblöcke. Für die Produktion der meisten Güter ist diese Ressource unverzichtbar.

Der Spieler mit den größten Kristallblock-Vorräten fordert nun, dass alle Käufe dieser Ressource ausschließlich in seiner Währung abgewickelt werden müssen – und umgeht so Ihr dominantes Abrechnungssystem.

Ende: Mit der zunehmenden Verbreitung der Kristallblöcke gewinnt seine Währung immer mehr Gewicht im Abrechnungssystem – es entsteht eine bipolare Weltwährungsordnung.

Kommentar: Im Handelszeitalter reicht die Glaubwürdigkeit allein durch Steuerhoheit nicht für langfristige Stabilität. Entscheidend ist die Stützung durch das Abrechnungsrecht für Schlüsselressourcen.

Währungsspiel: Verstehen Sie die weltweite Evolution der Geldgeschichte – von materieller Stützung bis hin zur Abrechnungsrecht-Stützung

Historisches Beispiel: Der Petrodollar. Zwar gibt es heute zahlreiche Konkurrenten, die den US-Dollar als globale Reservewährung herausfordern. Ein entscheidender Grund, warum der Dollar diese Position bislang halten kann, ist jedoch, dass die wichtigste Ressource unserer Zeit – Erdöl – weiterhin in US-Dollar gehandelt wird.

Weiteres Vorgehen: Sie beobachten ständig die Aktivitäten aller Spieler – ob neue Ressourcen entdeckt wurden, ob Handelskonflikte drohen oder die nationale Geldpolitik ordnungsgemäß umgesetzt wird …

Fortsetzung folgt

Hintergrundwissen

Mehrstaatliches Fiat-Währungssystem:

Sobald mehrere Staaten mit unterschiedlichen geopolitischen Interessen ins Spiel kommen, reicht die Steuerhoheit einer einzelnen Volkswirtschaft nicht mehr aus, um eine stabile Währungsposition zu gewährleisten. Entscheidend wird vielmehr das Abrechnungsrecht: Wer es besitzt, kann sogar die Geldpolitik anderer Volkswirtschaften beeinflussen und ihnen so indirekt Kosten aufbürden. Der Aufbau eines umfassenden Abrechnungsrechts ist daher der eigentliche „Währungskrieg“.

Fazit

Das Spiel ist nur ein Spiel – es bildet die Realität nicht vollständig ab. Dennoch liefert es wertvolle Erkenntnisse:

Die Stabilität einer Währung hängt vor allem von ihrer Deckung ab. Diese hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: von einer 100-prozentigen materiellen Deckung über die Steuerhoheit als Fundament bis hin zum heutigen Abrechnungsrecht als entscheidender Stütze. Unser heutiges Währungssystem trägt Spuren aller drei Stützungsformen.

Der Aufbau eines Währungssystems ist ein komplexes, systemisches Unterfangen. Ein Fehler in einem Teilbereich kann zum vollständigen Zusammenbruch führen. Selbst ein einfacher Wechsel der Stützungsgrundlage erfordert sorgfältige Vorbereitung und lässt sich nicht über Nacht bewerkstelligen.

Geld war ursprünglich ein reines Tauschmittel. Im Laufe seiner tausendjährigen Entwicklung hat es diese einfache Funktion jedoch längst hinter sich gelassen. Wie Georg Simmel es formulierte, entwickelte es sich von einem Ausdruck sozialer Beziehungen schließlich zu einer eigenständigen Beziehung. Für jede Volkswirtschaft bedeutet das zweierlei: Traditionell dient Geld als Ausdruck bestehender wirtschaftlicher Verhältnisse – als Werkzeug für Wachstum. Gleichzeitig verkörpert Geld selbst eine „Beziehung“: Sein Besitz steht stellvertretend für Wohlstand. Das Ziel jeder Volkswirtschaft ist es daher, diesen Wohlstand zu mehren und zugleich stabil zu halten.

Überträgt man dieses Modell auf die aktuelle Krise im Kryptosektor, wird deutlich: Die meisten Token-Projekte befinden sich noch in der zweiten Phase. Sie verfügen innerhalb ihrer eigenen Ökonomie über eine Art „Steuerhoheit“, die ihren Token stützt – wie die Transaktionsgebühren von BTC oder die Gasgebühren von ETH.

Um weiterzukommen, müssen Projekte nicht nur die vielfältigen Probleme historischer, steuerfinanzierter Währungssysteme bewältigen. Die größere Herausforderung besteht darin, „Grenzen zu überschreiten“ – also nach zusätzlichen Wertschöpfungsquellen außerhalb des ursprünglichen Ökosystems zu suchen. Denn je weiter sich der Geltungsbereich dieser „Hoheit“ erstreckt, desto stabiler wird das System. Eine solche Expansion bedeutet jedoch, sich einem äußerst harten Wettbewerb zu stellen.

Sind Sie bereit, diese Grenzen zu überschreiten?

Quellen:

Handbuch für stabile digitale Währungen – Mikko

Philosophie des Geldes – Georg Simmel

Ursachen der Inflation in Venezuela?

Zehn historische Währungskriege