Laut Michael Ippolito, Mitbegründer von Blockworks, steht die Kryptoindustrie vor einem existenziellen Token-Problem. In einer Stellungnahme vom 5. April erklärte er, dass das Token-Angebot derzeit deutlich schneller wachse als der damit generierte Wert. Dies führe zu einer Verwässerung der Renditen und einer zunehmenden Entkopplung der Token-Preise von ihren Fundamentaldaten.
Diese Einschätzung wird durch Daten von DWF Labs untermauert. Demnach notieren über 80 % aller Projekte unterhalb ihres ursprünglichen Token-Generierungsevents (TGE). Bei der Mehrheit dieser Projekte kam es innerhalb der ersten drei Monate zu Kursrückgängen zwischen 50 % und 70 %. Dies deutet auf einen strukturellen Verkaufsdruck im Token-Markt hin.
Ippolito wies zudem auf ein weiteres Phänomen hin: Während der Gesamtmarktwert relativ stabil bleibe, sei die durchschnittliche Performance einzelner Token schwach. Seit 2021 habe sich der Wert im Schnitt um etwa 50 % verringert, und die meisten Token lägen rund 80 % unter ihren Allzeithochs. Die Erträge konzentrieren sich stattdessen zunehmend auf wenige große Assets wie BTC und ETH.
Ein alarmierendes Signal ist die nachlassende Korrelation zwischen Token-Preisen und On-Chain-Einnahmen. Selbst bei steigenden Protokolleinnahmen reagieren die Kurse oft nicht mehr – ein klares Zeichen dafür, dass das Marktvertrauen in die Wertschöpfungsfähigkeit vieler Token schwindet. Ippolito warnt: Der Token-Mechanismus müsse dringend überarbeitet werden. Andernfalls werde sich die Liquidität weiter auf die Top-Assets konzentrieren und das gesamte Ökosystem nachhaltig schwächen.
