BroaderChain erfuhr, dass die Citibank am 26. März eine Einschätzung veröffentlichte: Die im Entwurf des US-amerikanischen „CLARITY Act“ vorgesehenen Beschränkungen für Stablecoin-Belohnungsmechanismen könnten Circle (CRCL) kurzfristig beeinträchtigen, die langfristige Investitionslogik für das Unternehmen bleibe jedoch intakt. Analysten betonen, dass die Regelung wahrscheinlich eher das Wachstumstempo verlangsamen werde, anstatt eine grundsätzliche Bedrohung darzustellen.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, Stablecoin-Renditen einzuschränken, die mit Einlagenzinsen vergleichbar sind. Anreize im Zusammenhang mit Transaktionen oder Zahlungen bleiben davon unberührt.
Da Circle Erträge aus den Reserven nicht direkt an USDC-Inhaber ausschüttet, sondern an Partner wie Coinbase weitergibt, bleibt sein Kerngeschäftsmodell zunächst unbeeinträchtigt.
Die Citibank argumentiert, dass ein Rückgang der Belohnungen die kurzfristige Motivation von Nutzern, USDC zu halten, schwächen und so Umfang sowie Liquidität auf dem Sekundärmarkt beeinträchtigen könnte. Entscheidend für die Akzeptanz von Stablecoins seien jedoch nach wie vor Transaktions- und Zahlungsvolumen – nicht primär das Umlaufvolumen.
Zuvor war der Aktienkurs von Circle aufgrund regulatorischer Unsicherheiten zeitweise um rund 20 % gefallen. Institutionen wie Bernstein gehen jedoch davon aus, dass der Markt die Auswirkungen der Regelung möglicherweise überinterpretiert hat: Der regulatorische Fokus liege eher auf Plattformen, die Erträge direkt an Endnutzer ausschütten (wie beispielsweise Coinbase), und nicht auf Circles Modell der Reserverenditeverteilung.
