Charles Schwab greift mit günstigen Gebühren den Kryptomarkt an
Laut einem Bericht von NewsBTC drängt der Finanzriese Charles Schwab mit einem aggressiven Gebührenmodell in den Kryptowährungsmarkt. Wie BroadChain erfahren hat, startete das Unternehmen am 17. April um 21:48 Uhr seine Krypto-Offensive und kann dabei auf eine gewaltige Kundenbasis zurückgreifen, die die meisten US-Finanzplattformen in den Schatten stellt.
Der texanische Broker bietet über seine Plattform „Schwab Crypto“ – betrieben von der Schwab Advanced Bank – nun den Spot-Handel mit Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) an. Der Zugang ist derzeit noch eingeschränkt. Die Einführung erfolgt schrittweise: Zunächst läuft ein internes Pilotprogramm für Mitarbeiter, gefolgt von einer Warteliste für ausgewählte Kunden. Eine breite Markteinführung für alle ist bis Ende des zweiten Quartals 2026 geplant. Kunden aus New York und Louisiana können vorerst nicht teilnehmen.
Das Potenzial ist immens: Charles Schwab verwaltet rund 1,5 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten und zählt bis zu 46 Millionen aktive Broker-Kunden, die von 16.000 Finanzberatern betreut werden. Mit einer Handelsgebühr von nur 0,75 % unterbietet das Unternehmen gezielt die 1 %-Gebühr von Fidelity Digital Assets und setzt so einen klaren Preisdruck.
Doch der Markt ist umkämpft. Anbieter wie Robinhood sind seit Jahren aktiv, listen über 15 Kryptowährungen und unterstützen Überweisungen an externe Wallets – während Schwab zunächst nur auf BTC und ETH setzt. Der Bericht deutet jedoch an, dass Charles Schwab plant, sein Angebot um weitere Kryptowährungen und KI-gestützte Tools zu erweitern. Damit reagiert der Broker auf die wachsende Nachfrage nach gemischten Portfolios aus traditionellen und digitalen Vermögenswerten und verfolgt eine breitere Strategie zur Erschließung neuer Einnahmequellen.
Interessant ist der Timing: Am Tag der Krypto-Ankündigung veröffentlichte Charles Schwab auch seine Quartalszahlen für Q1 2026. Der Nettogewinn stieg zwar um 16 % auf einen Rekordwert von 6,48 Milliarden US-Dollar, verfehlte jedoch knapp die Analystenerwartung von 6,5 Milliarden. Die Folge: ein Kurssturz der Aktie um 7,70 % auf einen Schlussstand von 92,51 US-Dollar.
Währenddessen erreichte Bitcoin an diesem Tag, befeuert durch starke Zuflüsse in Spot-ETFs und optimistische Stimmung zu geopolitischen Entspannungen, die 75.000-US-Dollar-Marke. Ethereum hingegen gab um 0,75 % auf 2.355 US-Dollar nach, nachdem ein Großinvestor etwa 120.000 ETH (im Wert von fast 60 Millionen US-Dollar) gewinnrealisierend verkauft hatte.
Mit dem Eintritt von Charles Schwab wächst die Liste traditioneller Finanzinstitute, die ihren Kunden direkten Zugang zu Krypto-Assets bieten. Dies markiert einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg, Bitcoin und Ethereum in der alltäglichen Anlagepraxis der breiten Masse zu verankern.
