区块链50指数纠偏概念股炒作,指数样本质地仍待检验

Blockchain-50-Index korrigiert Spekulationen um Blockchain-Aktien, Qualität der Index-Zusammensetzung noch zu prüfen

BroadChainBroadChain28.12.2019, 18:35
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Zusammenfassung

Die Shenzhen Stock Exchange (SZSE) hat ihren ersten Blockchain-50-Index veröffentlicht, um eine rationale Kapitalallokation zu fördern und die praktische Anwendung der Blockchain-Technologie voranzutreiben. Der Fondsanbieter Penghua Fund hat bereits einen entsprechenden ETF angemeldet; bei den meisten Index-Zielaktien bleibt jedoch der Beitrag der Blockchain-Geschäfte zum Gesamtergebnis gering – diese befinden sich nach wie vor in einer Erkundungsphase. Der Index wird regelmäßig angepasst; seine Repräsentativität und sein Anlagepotenzial müssen erst durch den Markt getestet werden.

Die Kapitalmärkte zeigen weiterhin großes Interesse an der Entwicklung der Blockchain-Technologie.

Am 24. Dezember veröffentlichte die Shenzhen Stock Exchange (SZSE) den „Shenzhen Blockchain 50 Index“ (Index-Code: 399286). Damit ist er der erste Blockchain-Themenindex an den Börsen in Shanghai und Shenzhen. Noch am selben Tag reichte Penghua Fund die Unterlagen für den „Penghua Shenzhen Blockchain 50 Exchange Traded Fund (ETF)“ ein. Sollte der Fonds tatsächlich aufgelegt werden, wäre er wohl der erste Publikumsfonds mit „Blockchain“ im Namen.

Unter dem Banner der Blockchain wird nicht nur mit Kryptowährungen spekuliert. Vielmehr könnte die Einführung eines „offiziellen“ Index Anleger dazu bringen, Blockchain-Anwendungen besser zu verstehen. Zudem könnte er als Leitfaden für die Integration der Technologie in konkrete Branchen dienen. Experten sind sich einig, dass ein besserer Zugang für Kapitalanleger die industrielle Umsetzung der Technologie vorantreiben wird. Mit dem neuen Index und zugehörigen Fondsprodukten dürfte der Bereich mehr Aufmerksamkeit und Kapital anziehen. Allerdings hat die Blockchain-Technologie bei den meisten Indexmitgliedern bisher noch keinen nennenswerten Einfluss auf deren Geschäftsergebnisse.

Korrektur der Spekulation – Einzug des „offiziellen“ Index

Aus Sicht der Kapitalmarkt-Monetarisierung hat der chinesische Blockchain-Sektor an der A-Aktien-Börse seit Ende Oktober bereits mehrere Phasen durchlaufen: massive Kurssteigerungen („hundert Aktien gleichzeitig steigend“), gefolgt von Korrekturen und Differenzierungen. Laut einer Recherche der China Business News in der Datenbank „Tonghuashun iFinD“ umfasst der Blockchain-Sektor an beiden Börsen derzeit 140 Aktien. Daten von „Choice“ zeigen, dass seit Jahresbeginn über 4.300 Institutionen Research-Untersuchungen bei 97 börsennotierten Unternehmen mit Blockchain-Bezug durchgeführt haben.

Bereits zuvor hatten Finanzanalyseplattformen wie Wind, Tonghuashun und East Money eigene Blockchain-Sektoren eingeführt. Diese genossen jedoch nicht die gleiche Autorität.

Laut der Bekanntmachung der SZSE soll der Shenzhen Blockchain 50 Index die Performance von Blockchain-Unternehmen an der Shenzhen-Börse abbilden und Anlegern so breitere indexbasierte Anlagemöglichkeiten bieten. Für die Auswahl der Indexmitglieder werden ausschließlich an der SZSE notierte Unternehmen berücksichtigt, deren Geschäftsfelder entlang der gesamten Blockchain-Wertschöpfungskette liegen. Die Unternehmen werden nach ihrem durchschnittlichen Gesamtmarktwert der letzten sechs Monate sortiert; die 50 größten bilden dann den Index.

Indexbasierte Anlagen haben sich am chinesischen Aktienmarkt inzwischen als wichtige Strategie etabliert – nicht zuletzt aufgrund struktureller Veränderungen im Handelsverhalten und neuer Anlegerpräferenzen.

Song Shuangjie, Analyst beim Tongzhengtong Research Institute, erklärte: „Indizes sind das ‚Barometer‘ und der ‚Kompass‘ des Marktes. Branchenindizes sind entscheidend für Investitionsanalysen, Performancebewertungen, Asset Allocation und indexbasierte Anlagen innerhalb einer Branche. Als neu entstandener Markt fehlte es der Blockchain-Branche lange an wissenschaftlichen Klassifikationen und professionellen Indizes. Die Einführung des Blockchain 50 Index durch die SZSE signalisiert daher ihr langfristiges Vertrauen in die Branche.“

Song Jiaji, Direktor des Blockchain Research Institutes von Guosheng Securities, analysierte: „Der Blockchain 50 Index bietet den Kapitalmärkten eine Plattform und Werkzeuge, um die Branche aktiv zu unterstützen. Derzeit sind die Möglichkeiten für Kapitalanleger, sich an der Blockchain-Branche zu beteiligen, noch begrenzt. Es ist jedoch zu erwarten, dass künftig weitere branchenspezifische Indizes und ETFs auf den Markt kommen werden. Das wird den Kapitalzufluss erleichtern und die praktische Anwendung der Technologie vorantreiben.“

Laut der Website der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde (CSRC) reichte Penghua Fund am Tag der Index-Einführung den Antrag für den „Penghua Shenzhen Blockchain 50 ETF“ ein – ein deutliches Zeichen für die beschleunigte Entwicklung entsprechender Indexprodukte.

Dennoch verhalten sich die meisten Fondsgesellschaften weiterhin abwartend. Ein Fondsmanager gab offen zu: „Wir verstehen das Konzept nicht gut genug – wir trauen uns nicht hinein.“ Seiner Ansicht nach trägt die Blockchain-Technologie bei den genannten Unternehmen bisher kaum zum Geschäft bei. Entscheidend bleibe die fundamentale Analyse und die tatsächliche Geschäftsentwicklung.

Ma Zhaofeng, Direktor des Blockchain-Labors an der Beijing University of Posts and Telecommunications, sieht den entscheidenden Mehrwert des Index in seiner Leitfunktion für die Kapitalmärkte: „Obwohl die meisten Blockchain-Anwendungen noch in den Kinderschuhen stecken, wird die Erweiterung der Kapitalbeteiligungsmöglichkeiten voraussichtlich weitere Investitionen, Finanzierungen und Übernahmen in diesem Umfeld anziehen.“

Wirkung auf die Geschäftsergebnisse noch unklar

Der chinesische Kapitalmarkt legt besonderen Wert auf die praktische Umsetzung der Blockchain-Technologie in der Industrie. Da sich diese jedoch noch in einem frühen Stadium befindet, sind koordinierte Anstrengungen aller gesellschaftlichen Akteure nötig – und sichtbare Effekte werden erst mit der Zeit eintreten.

Eine Analyse der 50 Indexmitglieder zeigt, dass die betroffenen Branchen Finanzdienstleistungen, Softwareentwicklung, Medien & Kultur, Telekommunikation, Logistik und IT-Dienstleistungen umfassen. Zu den Bereichen mit relativ starker praktischer Umsetzung zählen Finanzdienstleistungen, Urheberrechtsschutz, Gesundheitswesen, Rückverfolgbarkeit („traceability“) und öffentliche Verwaltung.

Bei der Durchsicht einiger Geschäftsberichte zeigt sich beispielsweise bei der Ping An Bank (000001.SZ), dass laut ihrem Bericht für 2018 die wichtigste Anwendung auf ihrer Blockchain-Plattform für die Lieferketten-Rechnungsfinanzierung liegt. Diese Plattform soll fragmentierte Finanzbedürfnisse von Unternehmen entlang der Lieferkette erfüllen und Transaktionsdaten präzise und unveränderlich rückverfolgbar machen. Die ANNI Co., Ltd. (002235.SZ) hat hingegen bereits eine Blockchain-basierte Urheberrechtsplattform aufgebaut, die Massenwerken Schutz bietet, Urheberrechtsverletzungen überwacht und rechtliche Schritte unterstützt.

Bemerkenswert ist, dass mehrere Indexmitglieder in diesem Jahr starke Kursgewinne verzeichneten: Eine beträchtliche Anzahl dieser Aktien hat sich im Jahr 2019 bereits verdoppelt. So stieg der Aktienkurs von Jinyi Technology (002869.SZ) um über 300 %, während Tonghuashun (300033.SZ) nahezu eine Verdopplung erreichte. Insgesamt befindet sich die Entwicklung von „Blockchain + Industrie“ jedoch noch in einer frühen Phase und hat bisher keine nennenswerten Auswirkungen auf die Kerngeschäfte der Unternehmen. Bei vielen Firmen stecken Blockchain-Projekte noch in der Forschungs- und Erkundungsphase – konkrete, marktreife Anwendungen sind bislang nicht erkennbar.

Zu seiner Aufnahme in den Index erklärte Jinyi Technology: „Unsere theoretischen und angewandten Forschungen zu Blockchain für intelligente Verkehrssysteme befinden sich derzeit noch in einem sehr frühen Stadium. Wir haben hierfür noch keine wesentlichen Investitionen getätigt, es gibt kein eigenständiges Geschäftsfeld und es sind auch noch keine direkten wirtschaftlichen Erträge erzielt worden. Dies hat daher keinerlei wesentlichen Einfluss auf unsere finanzielle Lage oder Geschäftsergebnisse.“

Einige andere Indexmitglieder befinden sich sogar in ernsthaften Schwierigkeiten, etwa mit Abschreibungen auf Firmenwerte oder geschäftlichen Rechtsstreitigkeiten. So meldete Zhongying Interconnection (002464.SZ) am Abend des 22. Dezembers, dass voraussichtlich Abschreibungen auf Firmenwerte in Höhe von 1 bis 1,3 Milliarden Yuan für die Tochterunternehmen Hong Kong Mojo Technology Co., Ltd. und Beijing Xin Cailiang Technology Co., Ltd. anfallen werden. Laut dem Geschäftsbericht 2018 von Zhongying Interconnection beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 23,59 Millionen Yuan hauptsächlich auf den Aufbau einer Kryptowährungsbörse und eines Mining-Pool-Managementsystems.

Yu Rui, Chief Analyst des ChainTowers Think Tank, sieht ein zentrales Problem der chinesischen A-Aktien-Blockchain-Unternehmen darin, dass der Zusammenhang zwischen ihrem Blockchain-Geschäft und den Geschäftsergebnissen unklar bleibt: „Wie verdienen diese Unternehmen Geld?“ – eine verlässliche Antwort darauf fehlt bislang.

Einige Branchenkenner weisen zudem darauf hin, dass die Vielzahl an Börsenindizes mittlerweile zu Überschneidungen führt – etwa zwischen den Konzepten „FinTech“ und „Blockchain“, bei denen zahlreiche Unternehmen gemeinsam auftauchen. Daher bleibt abzuwarten, ob diese Indizes tatsächlich große Aufmerksamkeit und Kapital anziehen können.

Darüber hinaus gelten weltweit zwei Gruppen als maßgebliche Vertreter der Blockchain-Branche: native Blockchain-Unternehmen (wie Qulian, ComplexEase und Bubi Blockchain) und Internet- und Technologiegiganten (wie Alibaba, Tencent und Huawei). Innerhalb des chinesischen A-Aktien-Marktes ist jedoch umstritten, ob die dort vertretenen Unternehmen über hinreichende technologische Kompetenz oder repräsentativen Charakter in Sachen Blockchain verfügen. Einige Unternehmen wählen sogar den schnellen Markteintritt über Kooperationen mit nativen Blockchain-Firmen.

Yuan Yuming, CEO von Huobi China, erklärte, dass börsennotierte Unternehmen ein zentraler Fokus für technologische Kooperationen und Technologietransfer durch Huobi China seien. Die Blockchain-Technologie passe besonders gut zu bestimmten Branchen – etwa Finanzdienstleistungen, Lieferkettenmanagement, intelligente Fertigung, Datenbranche sowie Authentifizierung und Fälschungsschutz – während sie in anderen Bereichen weniger geeignet sei. Die Passgenauigkeit zwischen dem Kerngeschäft eines Unternehmens und der Blockchain-Technologie sei daher ein zentraler Prüfpunkt für jede potenzielle Zusammenarbeit.

Wie alle Indizes unterliegt auch der Blockchain 50 Index regelmäßigen Anpassungen: Die Neuauswahl der Indexmitglieder erfolgt jeweils am nächsten Handelstag nach dem zweiten Freitag im Juni und Dezember.

Einige Branchenkenner neigen dazu, die Repräsentativität und den geschäftsergebnisorientierten Mehrwert dieser Indexmitglieder zunächst abzuwarten – „man sollte der Sache erstmal Zeit geben“. Yuan Yuming verweist darauf, dass die SZSE bereits im Jahr 2010 den TMT 50 Index eingeführt habe, der sich auf die Förderung und Innovation von Unternehmen durch Internet- und Hardware-Technologien konzentriere. Auch dieser Index habe nicht sämtliche führenden Internet-Unternehmen umfasst, besitze aber dennoch einen klaren Mehrwert. Ähnlich verhalte es sich mit dem Blockchain 50 Index: Obwohl er momentan noch nicht vollständig repräsentativ sei, werde sich mit der weiteren Entwicklung der Technologie voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre eine breite praktische Anwendung zeigen. Zu diesem Zeitpunkt könnten die Indexmitglieder angepasst werden – und ihr Mehrwert würde mit der Zeit entsprechend zunehmen.