美股一周两次熔断,投资者还相信股市吗?

US-Aktienmarkt zweimal innerhalb einer Woche an der Handelsunterbrechungsgrenze – Vertrauen der Anleger in den Aktienmarkt noch vorhanden?

BroadChainBroadChain15.03.2020, 13:25
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Zusammenfassung

Chancen und Risiken gehen Hand in Hand.

Quelle: Ran Caijing; Autoren: Yan Lijiao, Su Qi, Jin Yufan, Meng Yana; Redaktion: Zhou Changfan

Wir erleben gerade eine Situation, die selbst Warren Buffett in seinen 89 Lebensjahren noch nicht gesehen hat.

In der vergangenen Woche ging es an den US-Börsen zu wie in einer Achterbahn. Nachdem sich die COVID-19-Pandemie in den USA ausgebreitet hatte und die erste Rettungsmaßnahme der US-Notenbank (Fed) wirkungslos blieb, stürzten die Kurse am 12. März zum Handelsstart ab: Alle drei großen Aktienindizes eröffneten mit Verlusten von über 6 %. Innerhalb von nur fünf Minuten fiel der S&P 500 um mehr als 7 %, wodurch zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Handelsunterbrechung („Circuit Breaker“) ausgelöst wurde – der Handel wurde für 15 Minuten gestoppt. Nachdem der Dow Jones bereits technisch in einen Bärenmarkt eingetreten war, folgten ihm nun auch der Nasdaq und der S&P 500.

Noch nie zuvor hatte es in den USA zwei Handelsunterbrechungen innerhalb einer Woche gegeben; zudem verzeichneten an einem einzigen Tag acht Länder solche Unterbrechungen. Diese historisch beispiellose Kapitalpanik schürte Ängste vor einer drohenden weltweiten Wirtschaftskrise. Laut dem aktuellen Bloomberg Billionaires Index verloren die 15 reichsten Menschen der Welt über Nacht insgesamt 46,4 Milliarden US-Dollar; auch Anleger mit großen Aktienpositionen erlitten erhebliche Verluste.

„Die US-Aktienmärkte sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen – allein im vergangenen Jahr legte der Dow Jones fast 10.000 Punkte zu. Da die Regeln für Handelsunterbrechungen jedoch vor Jahrzehnten festgelegt wurden, wirken heutige Kursrückgänge besonders dramatisch. Insgesamt handelt es sich hier aber um eine durchaus normale Marktkorrektur.“ Xu Huaze, Managing Partner von Yi Kai Fund Management, betrachtet die Handelsunterbrechungen an den US-Börsen als normales Phänomen. Die vergangenen elf Jahre gelten allgemein als Hausse an den US-Aktienmärkten, wobei viele US-Unternehmen durch Schuldenaufnahme eigene Aktien zurückkauften – was zu einer Blasenbildung führte. Sun Peng, Director General Manager der Strategic Investment Division von Xiaomi, der selbst stark in US-Aktien investiert ist, sieht den aktuellen Rückgang ebenfalls nicht als „massiven Crash“, sondern lediglich als Korrektur auf ein angemessenes Preisniveau.

Während die Aktienmärkte extrem volatil waren, zeigten sich bei den Anlegern völlig unterschiedliche Schicksale: Einige profitierten von der Schwankungsbreite und erzielten außergewöhnliche Gewinne. Für andere waren die Ereignisse sowohl Herausforderung als auch Chance – „und zugleich ein psychologisches Duell“.

Warum vertreten verschiedene Anleger so unterschiedliche Standpunkte zu dieser globalen Krise? Ist jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt, um US-Aktien zu kaufen? Können chinesische Aktien (A-Aktien) vom Rückgang der US-Märkte profitieren? Sollte man weiter Aktien kaufen, Bargeld halten oder auf Gold als Absicherung setzen? Sechs Anleger geben hierzu unterschiedliche Antworten.

Überbewertung der US-Aktienmärkte

Nach der Handelsunterbrechung könnte sich der Markt auf ein angemessenes Preisniveau zurückentwickeln

Sun Peng, Director General Manager der Strategic Investment Division von Xiaomi, seit vier Jahren Aktienanleger

Ich bin stark in US-Aktien investiert, vor allem in Tesla. Derzeit notiert Tesla bei über 540 US-Dollar – ein Rückgang von fast 50 % vom Allzeithoch. Dadurch habe ich einen Großteil meines Investments verloren. Im Vergleich dazu steht es Tesla noch relativ gut: Viele andere Aktien in meinem Portfolio sind bereits wieder auf das Niveau vom Oktober letzten Jahres gefallen.

Das spiegelt ein grundsätzliches Problem der US-Aktienmärkte wider: Sie sind massiv überbewertet. Nehmen wir Tesla als Beispiel: Mitte letzten Jahres lag der Kurs noch bei nur 180 US-Dollar. Nach zwei aufeinanderfolgenden profitablen Quartalen wäre eine Verdopplung bis Jahresende durchaus plausibel gewesen – doch im Januar schoss der Kurs auf über 1.000 US-Dollar. Selbst nach dem aktuellen Rückgang auf über 500 US-Dollar hat er sich damit immer noch mehr als verdreifacht. Ähnlich ist es bei Apple: Der Gewinn des Unternehmens hat sich in den letzten beiden Jahren kaum verändert, während sich der Aktienkurs verdoppelt hat.

Der Kurs dieser Unternehmen folgt naturgemäß den Schwankungen des Gesamtmarktes; ein unerklärlicher Preisanstieg macht einen späteren Rückgang ebenso plausibel. Meiner Ansicht nach ist der aktuelle Tesla-Kurs immer noch zu hoch – ein weiterer Rückgang ist daher durchaus möglich.

Chinesische Aktien („China ADRs“) lassen sich in zwei Kategorien einteilen: solche, die hauptsächlich von Chinesen gehandelt werden, und solche, die von US-Anlegern gehandelt werden. Bei den erstgenannten spielt der US-Markt praktisch keine Rolle. Viele dieser Unternehmen gehen nur deshalb an die US-Börse, weil sie in China nicht zugelassen werden – doch US-Anleger erkennen diese Papiere oft gar nicht an. Steigt der US-Gesamtmarkt, ziehen diese Aktien nicht mit; fällt er, bleiben sie davon ebenfalls weitgehend unbeeinflusst.

US-notierte chinesische Unternehmen wie Alibaba sind von beiden Märkten – China und den USA – abhängig und orientieren sich daher an der Entwicklung des US-Aktienmarktes. Glücklicherweise stützen sie sich auf den chinesischen Markt, und da die COVID-19-Pandemie dort weitgehend unter Kontrolle ist, blieben die Kursverluste in Grenzen. Auch an der chinesischen Börse (A-Share) gaben die Werte solider Unternehmen nur moderat nach. Die Top-Unternehmen nach Marktkapitalisierung verloren lediglich etwa 10 %, während einige Einzeltitel sogar im Plus lagen.

Obwohl es am US-Markt bereits zweimal zu Handelsunterbrechungen („Circuit Breakers“) kam, ist das Handelsvolumen nach wie vor hoch. Unternehmen wie Tesla, Apple und Microsoft verzeichnen täglich Umsätze von 100 bis 200 Milliarden US-Dollar. Ein hohes Volumen signalisiert, dass viele Marktteilnehmer aktiv sind – und einige darin weiterhin Chancen sehen.

Meiner Einschätzung nach erleben wir am US-Aktienmarkt derzeit keinen „Crash“, sondern lediglich eine Korrektur hin zu einem angemesseneren Preisniveau. Bereits Ende 2018 bis Anfang 2019 gab es eine starke Korrektur – damals war die Situation sogar noch ernster. Erst im September 2019 erholten sich die Kurse vollständig. Ob ein Circuit Breaker ausgelöst wird, hängt schlicht davon ab, ob der Dow Jones um 7 % oder 5 % fällt. Ein mehrtägiger Rückgang um 5 % ist an der Wall Street nichts Ungewöhnliches; meist wird nur die 7 %-Marke nicht erreicht.

Meine Anlagestrategie sieht keine Investments in Aktien vor, die lediglich dem Gesamtmarkt folgen.Wenn der Kurs einer Aktie ausschließlich vom Marktumfeld getrieben wird und nichts mit der Unternehmensleistung zu tun hat, investiere ich grundsätzlich nicht. Solche Titel sind meist überbewertet, und früher oder später kehrt jeder Kurs zu seinem fairen Wert zurück.

Unter den aktuellen Bedingungen öffnen die Notenbanken die Geldschleusen und die Zinsen sinken kontinuierlich. Geld auf dem Bankkonto zu parken, führt daher zu realen Verlusten.Auch Großanlageklassen wie Immobilien oder Gold folgen im Wesentlichen der allgemeinen Marktentwicklung – bei Verlusten trifft es alle gleichermaßen. Persönlich bevorzuge ich deshalb Aktien, denn die Kurse guter Unternehmen steigen auf lange Sicht zwangsläufig. Voraussetzung ist allerdings, dass man die Aktien versteht, das Unternehmen kennt und über das nötige Know-how verfügt. Wer uninformiert investiert und blind ins Dunkel stolpert, wird mit Sicherheit Verluste machen – sonst könnten andere ja keine Gewinne erzielen.

Der US-Aktienmarkt ist nach wie vor überbewertet.Aktienkurse hängen direkt mit den Zinsen zusammen: Da allgemein erwartet wird, dass die Zinsen auf null oder sogar negativ sinken, bildet sich zwangsläufig eine Blase. Das Verhalten der US-Notenbank (Fed) und der Regierung ist derzeit jedoch kaum vorhersehbar. Daher rate ich, ausreichend Liquidität zu halten und nicht blind auf maximale Rendite zu setzen.

Bargeld macht derzeit 70 % meines Vermögens aus. Wenn Sie der Meinung sind, dass ein Unternehmen seinen Kurs nicht wert ist, sollten Sie nicht kaufen, nicht auf steigende Kurse spekulieren und auch nicht hoffen, dass ein anderer Anleger die Aktien übernimmt. Mit dieser Einstellung sind Verluste vorprogrammiert.Gewinne aus Aktien stammen aus den Erträgen des investierten Unternehmens – nicht aus den Verlusten anderer Anleger. Mit dieser Denkweise bleibt die psychische Belastung deutlich geringer.

Bereits 2018 erfolgte die komplette Auslagerung

aller seit neun Jahren gehaltenen US-Aktien

Xu Huaze, Managing Partner von Yikai Fund Management, 20 Jahre Börsenerfahrung

Handelsunterbrechungen („Circuit Breakers“) am US-Aktienmarkt sind kein Grund zur Panik. Der Markt ist in den letzten zehn Jahren stark gestiegen – allein im vergangenen Jahr legte der Dow Jones um fast 10.000 Punkte zu.Da die Circuit-Breaker-Regeln vor Jahrzehnten festgelegt wurden, wirken die heutigen Kursrückgänge im neuen Marktumfeld zwar dramatisch, sind aber tatsächlich eine normale marktbedingte Korrektur.

2019 stiegen die US-Aktien tatsächlich stark – auch wir waren überrascht. Allerdingsist die gesamte US-Volkswirtschaft hoch verschuldet, und viele Unternehmen finanzieren Aktienrückkäufe über neue Kredite. Dadurch erreichen viele Blue Chips ständig neue Höchststände – selbst der sogenannte „Bull Market“ weist daher bereits erhebliche Blasenmerkmale auf.

Wir haben bereits im vierten Quartal 2018 alle US-Aktienpositionen vollständig glattgestellt und im gesamten Jahr 2019 keine US-Aktien gehandelt. Auch in den kommenden zwei Jahren planen wir keine Neuinvestitionen in den US-Markt.

Es gab mehrere Gründe, warum wir im vierten Quartal 2018 alle unsere Positionen glattstellten. Unser Engagement an den US-Aktienmärkten begann 2009; in den folgenden neun Jahren verzeichneten wir kräftige Kursgewinne. Wir investierten in zahlreiche Internet- und Technologietitel – darunter Apple, Google, Facebook, Alibaba und Momo – und kennen diese Branchen daher sehr gut. Zudem hielten wir Aktien traditioneller US-Unternehmen wie Walmart, Costco, Nike, Starbucks und McDonald’s, die sich ebenfalls ausgezeichnet entwickelten. Egal, ob man die Rendite als Vielfaches oder in absoluten Zahlen betrachtet: Unser Portfolio erschien uns zu diesem Zeitpunkt (2018) bereits als außergewöhnlich erfolgreich. Im Verhältnis von eingesetztem Kapital zu erzieltem Ertrag waren wir sogar selbst ein wenig überrascht.

Ein weiterer Grund war der Handelskonflikt zwischen China und den USA im vierten Quartal 2018. Im Kern spiegelte dieser die wachsende Verunsicherung der USA gegenüber China wider. Und Verunsicherung führt oft zu weitreichenden Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund entstanden zahlreiche Unwägbarkeiten; deshalb entschieden wir uns damals, das gesamte in den USA angelegte Kapital in Gold umzuschichten. Ich halte Gold nach wie vor für eine vergleichsweise solide Anlagestrategie.

Der US-Aktienmarkt beeinflusst den chinesischen zweifellos direkt. Der A-Share-Markt weist jedoch einige Besonderheiten auf. Erstens war seine Kursentwicklung in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zum US-Markt sehr verhalten – sein Ausgangsniveau ist daher relativ niedrig. Zweitens hat die chinesische Regierung in den letzten Jahren kräftig Liquidität bereitgestellt; diese muss irgendwo hinfließen. Da der Immobilienmarkt derzeit streng reguliert wird, strömt ein Großteil des Kapitals, das eigentlich in Immobilien geflossen wäre, nun in den A-Share-Markt – was natürlich seinen Aufwärtstrend unterstützt.

Wenn Sie also nach Chancen fragen: Ja, meiner Ansicht nach bietet der A-Share-Markt durchaus Potenzial. Allerdings würde ich dazu raten, in A-Share-Fonds zu investieren – nicht in Einzelaktien. Das Risiko bei einzelnen Titeln ist insgesamt sehr hoch, deutlich höher als in den USA.

Meiner persönlichen Einschätzung nach sind Internet- und Technologieaktien – unabhängig vom Börsenplatz – ab einer gewissen Größe durchaus langfristig haltbar. Im Internetsektor sollte man zunächst zwischen verschiedenen Größenklassen unterscheiden – sowohl bei US-Unternehmen als auch bei chinesischen Unternehmen, die im Ausland notiert sind („Chinese ADRs“). Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 5 Mrd. USD dürften in der aktuellen Bärenphase nur geringe Kursverluste verzeichnen, da die Pandemie die Bedeutung des mobilen Internets noch einmal verdeutlicht hat.

Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 1 und 5 Mrd. USD umfassen sowohl chinesische Auslandsnotierungen als auch andere Firmen, die bisher noch nicht die Aufmerksamkeit großer US-Institutionen auf sich gezogen haben. Die dahinterstehenden Investoren stammen häufig nicht aus dem etablierten US-Investmentumfeld. Ihre Kurse sind daher volatiler und können selbst bei geringfügigen Nachrichten überreagieren. Noch stärker schwanken Internet- und Technologieunternehmen mit einer Marktkapitalisierung unter 1 Mrd. USD. Deren Investoren agieren oft kurzfristiger und emotionaler – besonders in einer Bärenphase.

Je volatiler die Märkte, desto fester glaube ich an Value Investing

Wir investieren in Aktien disruptiver Innovationsunternehmen

He Kangrui, Investment-Direktor von Inno Angel Fund, seit 6 Jahren im Aktienhandel tätig

2008 befand ich mich in Kanada und erlebte die nordamerikanische Finanzkrise hautnah mit: Tag für Tag beobachtete ich den fallenden Ölpreis – von über 100 Dollar auf unter 60 Dollar.

Seit der Finanzkrise 2008 ist der US-Aktienmarkt kontinuierlich gestiegen – mittlerweile seit über einem Jahrzehnt. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Dieses Signal deutet darauf hin, dass das US-Wirtschaftswachstum seinen Höhepunkt erreicht haben könnte.

Damals hatte ich bereits ein ungutes Gefühl: Bei hohen Lohnkosten und einer niedrigen Produktivität der Arbeitnehmer führt eine so niedrige Arbeitslosenquote unweigerlich zu staatlichen Eingriffen und gezielter Industriepolitik – mit allen damit verbundenen Nebenwirkungen. Ab Ende 2019 häuften sich weltweit „Schwarze-Schwan“-Ereignisse: Der einseitige Handelsprotektionismus der USA verschärfte den Handelskonflikt stetig, und die Pandemie verstärkte diesen Trend noch – die Börsen zeigten bereits erste Anzeichen von Volatilität.

Während des chinesischen Neujahrsfestes traf ich eine Prognose: Angesichts der hohen Kooperationsbereitschaft der chinesischen Bevölkerung würde China die Pandemie rasch unter Kontrolle bringen. Sobald die USA erste Fälle meldeten, würde ich sofort den dreifach gehebelten Short-ETF auf den NASDAQ (SQQQ) kaufen, um mein übriges US-Aktienportfolio abzusichern. Tatsächlich meldeten die USA bald Verdachtsfälle – wenige Tage später kaufte ich SQQQ und erzielte einen Gewinn von fast 15 Prozent.

Tatsächlich verfügen die USA im Umgang mit der COVID-19-Pandemie nur über eine begrenzte Widerstandsfähigkeit: Erstens wurde die Gefahr des Virus nicht ausreichend ernst genommen; zweitens war die Kooperationsbereitschaft in der Bevölkerung gering. In einem Land, das stets die individuelle Freiheit über alles stellt, ist es für die Regierung äußerst schwierig, das Verhalten der Bürger zu steuern. Die zeitlichen und wirtschaftlichen Kosten zur Eindämmung des Virus liegen daher um ein Vielfaches höher als in China.

Als die Pandemie ausbrach, geriet zunächst der Terminmarkt in Panik: Der Öl-Terminmarkt brach stark ein, und die daraus resultierende Ölpreiskrise löste unmittelbar massive Kursverluste an den US-Börsen aus. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) um 100 Basispunkte im März stieg von zuvor erwarteten 41,1 % auf 66,8 % – die Fed geriet damit erheblich unter Druck.

Theoretisch folgt auf eine Zinssenkung normalerweise eine V-förmige Erholung. Diesmal hatte ich jedoch auf fallende Kurse gesetzt und SQQQ gekauft – eigentlich hätte ich Verluste machen müssen, stattdessen erzielte ich Gewinne. Das zeigt: Selbst eine Zinssenkung der USA kann den Aktienmarkt offenbar nicht mehr retten.

Was ich jedoch klar erkenne: Der aktuelle Börsenrückgang unterscheidet sich grundlegend von der Finanzkrise 2008. Damals war die Krise systemisch bedingt – die Wall Street hatte zahlreiche Ramschanleihen („Triple-B“) neu verpackt und als erstklassige „Triple-A“-Papiere vermarktet. So entstand ein System, in dem alle mitspielten, alle logen und alle das „heiße Kartoffel“-Spiel betrieben. Der jetzige Crash bewegt sich dagegen in einem vorhersehbaren Rahmen – es gibt daher keinen Grund für übertriebene Panik.

Da China die Pandemie vergleichsweise schnell in den Griff bekam, spekuliert heute niemand mehr gegen China – im Gegenteil, alle setzen auf steigende Kurse chinesischer Aktien. Mit der schrittweisen Öffnung der Märkte wächst die nationale Widerstandsfähigkeit („Antifragilität“) tatsächlich. Länder, die sich auf eine einzige Einnahmequelle stützen, sind dagegen deutlich anfälliger für Risiken oder reagieren langsamer auf die Pandemie – diese Schwäche schlägt sich auch an ihren Aktienmärkten nieder und trug zur weltweiten Welle von Handelsunterbrechungen („Circuit Breakers“) bei.

Saudi-Arabien ist ein Beispiel: Steigt der Ölpreis, profitiert das Land enorm; fällt er, gerät die gesamte Volkswirtschaft in eine Krise. China hingegen gleicht einer Spinne mit vielen Beinen – verschiedene Industriezweige sichern die Produktivität des Landes.

Auch wenn der Bullenmarkt offiziell beendet ist, bleibe ich bei meiner Aktienstrategie. Derzeit halte ich Positionen in Bilibili, iQiyi, Luckin Coffee und Pinduoduo. Meine Bilibili-Aktien behalte ich – ich kaufte sie zu 13,75 USD; selbst bei einem Kurs von 24 USD wäre ich noch im Gewinn. Mein Sicherheitspuffer ist also beträchtlich.

Je turbulenter der Aktienmarkt wird, desto mehr vertraue ich auf Value Investing: Bei chinesischen Auslandsaktien („China ADRs“) werde ich alle Unternehmen kaufen, die disruptive Innovationen vorantreiben – denn ihr Geschäftsmodell verstehe ich besser als andere.

Mein Rat an Privatanleger: Investieren Sie nicht planlos und geben Sie die Hoffnung auf, den absoluten Tiefpunkt zu treffen – den kennen Sie nie. Genau deshalb lassen sich Anleger immer wieder „über den Tisch ziehen“. Ich kenne einen extremen Fall: Ein Investor behauptete, bereits zehnmal den Boden erreicht zu haben – praktisch jede Woche kaufte er nach. Am Ende wurde das Unternehmen delisted.

Selbst wenn die US-Wirtschaftskrise diesmal ausbleibt,

wird sie nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Zhang Junkai, Doktor der Nachrichtentechnik, 7 Jahre Börsenerfahrung

Ich bin bereits vor einigen Jahren aus dem US-Aktienmarkt ausgestiegen, weil ich die Risiken als zu hoch einschätzte. Heute halte ich nur noch chinesische A-Aktien. Zwar wurden sie zuletzt vom US-Markt mitgerissen, die Schwankungen blieben aber überschaubar. Insgesamt konnte ich in diesem Jahr dennoch Gewinne erzielen.

Tatsächlich erreichte der US-Aktienmarkt nach meinem Ausstieg immer neue Rekordhöhen. Doch niemand kann vorhersagen, was morgen geschieht, und kurzfristige Kursbewegungen einzelner Aktien sind kaum sicher prognostizierbar. Meine Handelsstrategie ist einfach: Wenn ich einen Markt als überhitzt erkenne, ziehe ich mich zurück. Wann genau dieser Punkt erreicht ist, lässt sich allerdings schwer bestimmen.

Vom „Schwarzen Montag“ bis zum „Schwarzen Donnerstag“: Hinter dem aktuellen Börsencrash, der vor allem die USA traf, standen Pandemie und Ölkrise nur als Auslöser. Die eigentliche Ursache war die elfjährige Hausse am US-Aktienmarkt, die eine Blase hatte entstehen lassen.

Historisch betrachtet folgen Wirtschaftskrisen in den USA einem etwa zehnjährigen Zyklus. Die Asienkrise 1997/98 begann mit der Abwertung des thailändischen Baht, 2008 löste die US-Subprime-Krise eine weltweite Rezession aus. Seit der letzten Krise sind nun bereits elf Jahre vergangen. Selbst wenn wir nicht unmittelbar vor einer neuen Krise stehen, so ist sie doch zum Greifen nah. Sollte es in den USA tatsächlich zu einer Rezession oder auch nur einer deutlichen Korrektur kommen, dürften sich kaum globale Vermögenswerte positiv entwickeln.

Vergleichsweise moderat fielen hingegen die chinesischen Aktien an US-Börsen (China ADRs) aus. Ihr Aufwärtstrend begann bereits vor fünf bis sechs Jahren. Zum einen konnten viele herausragende chinesische Unternehmen aufgrund der strengen Zulassungsregeln am heimischen A-Aktienmarkt nicht notiert werden und wichen auf die USA aus. Zum anderen stammen die meisten Investoren in China ADRs entweder aus China selbst oder sind ausländische Institutionen mit fundiertem China-Know-how – also Kapital, das von der US-Börsenentwicklung relativ unabhängig ist.

Ob in den USA tatsächlich eine Rezession einsetzt oder sich der Aktienmarkt dort weiter abschwächt oder stabilisiert, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Den chinesischen A-Aktienmarkt können wir jedoch besser einschätzen.

Der chinesische A-Aktienmarkt pendelt seit elf Jahren nahezu unverändert um die 3.000-Punkte-Marke. In diesem Jahr bewegt er sich stetig zwischen 2.800 und 3.000 Punkten – die Spanne ist also gering. Aktuell notiert der Index bei rund 2.800 Punkten; nach unten bleibt daher kaum noch Luft.

Insgesamt weist der chinesische A-Aktienmarkt derzeit keine übertriebene Blasenbildung auf; viele Unternehmen basieren auf soliden Geschäftszahlen. Technologieaktien performen stark, und auch Konsumgüterwerte dürften stabil bleiben. Ich selbst halte vor allem Konsumaktien und einen Teil Technologietitel. Ehrlich gesagt, stecken in Technologieaktien derzeit noch gewisse Blasenelemente; sollte sich die Lage weiter verschärfen, werde ich über einen Verkauf meiner Tech-Positionen nachdenken.

Mittlerweile hat die US-Notenbank (Fed) bereits Stützungsmaßnahmen ergriffen; viele weitere Zentralbanken folgten mit Liquiditätsspritzen, und auch China setzt Rettungsmaßnahmen um. Das könnte zu steigenden Preisen führen – doch das bedeutet nicht automatisch, dass auch die Vermögenswerte im Wert steigen.

Aus Sicht der Vermögensallokation rate ich chinesischen Anlegern in dieser volatilen Börsenphase, einen Großteil in Cash zu halten: „Cash is King“ – etwa ein Drittel bis ein Viertel des Portfolios sollte jedoch in chinesische Konsumaktien am A-Markt investiert werden. Denn selbst in einer Krise müssen die Menschen essen und trinken.

Einige Anlageklassen lassen sich jedoch ergänzend in Betracht ziehen – beispielsweise Gold. Chinesische Immobilien und Baijiu (Schnaps) hingegen werden derzeit stark spekulativ gehandelt und bergen ein hohes Risiko.

Bei weiter fallenden Aktienmärkten steigt das Fluchtkapital

Danach kann Gold gekauft werden

Tim, Leerverkäufer für US-Aktien, Anlageerfahrung: 2 Jahre

Ich betreibe kontinuierlich Leerverkäufe, vorzugsweise bei US-Aktien. Meine US-Aktienpositionen haben sich in den letzten beiden Wochen verdreifacht; bis Donnerstag (12. März) war dieser Anstieg vollzogen, am Freitag gab es leichte Korrekturen. Für große Leerverkäufer ist ein Gewinn von zwei- bis dreifach zwar kein außergewöhnlicher Erfolg. Doch eine solche Krise – einmal im Jahrzehnt – ist vor allem eine Chance zur Teilnahme; und als Gewinner vermittelt sie ein besonders starkes Gefühl der Befriedigung.

Aktuelle Ereignisse wie zwei Handelsunterbrechungen („Circuit Breakers“) aufgrund von Kursstürzen und zwei weitere wegen Kursanstiegen – solche Vorfälle erlebt man äußerst selten. Sie bieten ideale Bedingungen für kurzfristige Spekulationen, vorausgesetzt, man reagiert blitzschnell; andernfalls bleibt man auf der Strecke. Am kommenden Montag werde ich möglicherweise Teile meiner Position schließen; nach der Fed-Sitzung am 18. März wird voraussichtlich eine kräftige Zinssenkung beschlossen.

Meine persönliche Einschätzung: Eine Erholung ist sehr wahrscheinlich – doch es ist ungewiss, ob Anleger dies als Warnsignal deuten und beim nächsten Aufschwung panisch verkaufen; letztlich ist es ein psychologisches Duell. Niemand kann mit absoluter Sicherheit vorhersagen; auch Leerverkäufer können leicht ihre Positionen verlieren. Ob die Volatilität anhält oder man komplett aussteigt – niemand weiß es genau. Mutige und weitsichtige Anleger, die TVIX (ein professionelles Instrument für US-Aktien-Leerverkäufe) oder den VIX („Angstindex“) kaufen und auf steigende Kurse setzen, erzielen enorme Gewinne. Allerdings beruhen diese Gewinne letztlich mehr auf Glück als auf Können – und könnten sich genauso schnell wieder in Luft auflösen.

Diese Aktienkrise hat im Wesentlichen drei Ursachen: den Einbruch der Ölpreise, die Pandemie und den elfjährigen Bullenmarkt. In diesem Dreiklang leiden vor allem die US-amerikanischen Schieferölunternehmen. Vielen ist nicht bewusst, wie schwer die Pandemie die USA bereits getroffen hat. Obwohl das Land großflächig und dünn besiedelt ist, können sich viele US-Bürger medizinische Behandlungen schlicht nicht leisten. Da zunehmend auch hochrangige Regierungsvertreter weltweit infiziert werden, wächst die Panik zusätzlich.

Weltweit gilt als gesichert, dass von 2009 bis vor kurzem ein Bullenmarkt herrschte – diese Blase musste früher oder später platzen. Jeder Investor wusste, dass es eine Blase gab. Sobald jedoch der geringste Anlass zur Sorge aufkommt, stürmen alle panisch zur Tür – es kommt zur Massenpanik. Die Zentralbanken senken die Zinsen („öffnen die Schleusen“), doch offensichtlich gibt es kaum noch weitere wirksame Instrumente. Ich rechne sicher mit einem dritten Handelsstopp („Circuit Breaker“), der Zeitpunkt ist jedoch ungewiss – vielleicht nächste Woche, vielleicht auch erst im Juni oder Juli. Einige Short-Positionen könnten sich lohnen.

Sobald sich Short-Positionen am Aktienmarkt etabliert haben, bietet sich Gold als Kaufgelegenheit an – beide Vermögenswerte fallen zunächst gemeinsam, entwickeln sich danach jedoch gegenläufig.

Von einer echten Krise zu sprechen, ist noch verfrüht – die größte Herausforderung für die USA ist vielmehr ihre Staatsverschuldung. Derzeit ist die Volatilität an den US-Aktienmärkten so hoch, dass selbst sichere Häfen („Safe-Haven Assets“) mit nachgeben. Falls es tatsächlich zur Krise kommt, ist es zunächst normal, dass auch Safe-Haven-Assets einbrechen; später trennen sich jedoch die Wege – während die Aktienmärkte weiter fallen, erholen sich die Safe-Haven-Assets. Achten Sie daher besonders auf Kennzahlen wie die US-Staatsverschuldung, Unternehmensanleihen und die Arbeitslosenquote – Krisen entstehen stets als Kettenreaktion. Die möglichen Szenarien sind so vielfältig, dass sie kaum jemand präzise vorhersagen kann.

Aus Sicht des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) bieten chinesische Aktien (A-Aktien) ausländischen Investoren eine Absicherung. Einige Unternehmen im A-Aktien-Markt weisen höhere Renditen auf. Große Institutionen achten nicht nur auf Kurssteigerungen, sondern auch auf das KGV. Ausländische Vermögenswerte sind stark gestiegen und weisen mittlerweile sehr niedrige KGVs auf, während es im Inland noch deutlich unterbewertete Unternehmen gibt.

In Zukunft werde ich Aktien folgender Branchen kaufen:

Aktien von Großunternehmen, Technologieaktien und „White-Horse-Aktien“

Tony, Gründer eines unabhängigen Medienunternehmens, Aktienanleger seit vier Jahren

Vom Anfang März bis heute habe ich – inklusive unrealisierter Gewinne – aktuell Verluste in Höhe von 150.000 bis 200.000 RMB erlitten.

Als der Aktienmarkt stark einbrach, war meine erste Reaktion Verwirrung – ich hatte nicht erwartet, dass die Reaktionen der Marktteilnehmer so heftig ausfallen würden. Dennoch bin ich überzeugt, dass alle Verluste darauf zurückzuführen sind, dass mein eigenes Verständnis und meine Marktkenntnisse noch nicht ausreichend sind – daher akzeptiere ich sie. Langfristig glaube ich jedoch, dass sich die Kurse wieder erholen werden.

Derzeit halte ich meine Aktienpositionen einfach aus, prüfe aber zugleich, ob es sich bei den jeweiligen Unternehmen um qualitativ hochwertige Vermögenswerte handelt. Falls nicht, werde ich gegebenenfalls Verluste realisieren („cut losses“). In Phasen hoher Marktvolatilität empfehle ich langfristiges, regelmäßiges Investieren („Dollar-Cost Averaging“): Für US-Aktien mindestens über sechs Monate bis ein Jahr, für A-Aktien über ein bis zwei Jahre.

Die aktuelle Pandemie stellt für den Aktienmarkt eher eine oberflächliche Verletzung dar, die möglicherweise nur ein Quartal beeinträchtigt – sobald diese Phase überstanden ist, wird sich alles wieder normalisieren. Ich sehe drei Hauptgründe für die jüngsten Handelsstopps („Circuit Breaker“) an der US-Börse: Erstens die übermäßige Panik der Anleger, die massenhaft Aktien, Fonds und Kryptowährungen verkaufen, um Bargeld zu halten. Zweitens gibt es Teilnehmer, die zwar selbst ruhig bleiben, jedoch erkennen, dass die Stimmung insgesamt instabil ist – sie ziehen ihr Kapital vorzeitig ab, um später bei noch größerer Verunsicherung günstig einzusteigen. Drittens trug der Ölpreiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien ebenso dazu bei wie die ohnehin überhöhte Bewertung des US-Aktienmarktes.

Im Ausland ist die Pandemie derzeit noch nicht wirksam eingedämmt und könnte sich sogar noch verschärfen – daher ist ein dritter Handelsstopp durchaus wahrscheinlich. Ob der US-Bullenmarkt nun endgültig beendet ist, lässt sich derzeit nicht sagen; momentan sind lediglich kurzfristige Schwankungen erkennbar.

Für jedes Unternehmen definiere ich mir einen Zielkursbereich – sobald dieser erreicht ist, kaufe ich. Falls der Zielkurs noch nicht erreicht ist, investiere ich möglicherweise blind in breit gestreute Indexfonds. In dieser Phase halte ich Branchen mit stabiler Cashflow-Generierung für besonders profitabel. Angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche und des Rückgangs an Liquidität bergen Branchen mit rein narrativen Geschäftsmodellen ein hohes Risiko, während Technologiebranchen vielversprechend erscheinen. Denn Technologie kann die Auswirkungen der Pandemie abfedern und die Effizienz der gesamten Gesellschaft steigern – etwa durch Big Data, 5G und künstliche Intelligenz.

Meine zukünftige Strategie bleibt klar: Ich werde weiterhin in Aktien von Branchenführern, in Technologiewerte und in sogenannte „weiße Pferde“ investieren – also in Titel mit langfristig überdurchschnittlichem Renditepotenzial. Zudem behalte ich einen kleinen Goldanteil in meinem Portfolio. Da ich derzeit nur etwa 10 % meines Vermögens investiert habe, kann ich mir auch risikoreichere Positionen leisten. Sollte der Anteil jedoch auf 50 bis 70 % ansteigen, würde ich empfehlen, einen Teil der Bestände zu reduzieren, da die Auswirkungen der aktuellen Lage noch eine Weile spürbar sein werden.

Von einer echten Wirtschaftskrise kann noch nicht die Rede sein. Dennoch führen die wirtschaftlichen Verwerfungen bei vielen Unternehmen zu deutlichen Kurskorrekturen. Der Markt befindet sich an einem Wendepunkt von der Aufschwung- in die Abschwungphase, auch wenn dieser Übergang noch nicht voll ausgeprägt ist. Sobald die Pandemie unter Kontrolle gebracht wird, dürfte das Vertrauen der Anleger relativ schnell zurückkehren.

Die Volatilität an den globalen Finanzmärkten wird voraussichtlich noch etwa ein halbes Jahr anhalten. In dieser Phase ist ein sorgfältiges Risikomanagement entscheidend. Gleichzeitig eröffnet sie die Chance, einige vergleichsweise günstig bewertete Unternehmen zu erwerben. Insgesamt überwiegen derzeit zwar die Risiken, aber es gibt durchaus auch Gelegenheiten.