Autoren: Chris Dixon und Eddy Lazzarin, Partner bei a16z
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Erfahrene Beobachter der Kryptoszene sind sich einig: Unsere Branche entwickelt sich in Zyklen, die sich aus Phasen hoher Marktaktivität und sogenannten „Krypto-Wintern“ zusammensetzen. Bisher hat die Industrie drei solcher Zyklen durchlaufen, deren Höhepunkte auf die Jahre 2011, 2013 und 2017 fielen.
Auch wenn diese Zyklen auf den ersten Blick chaotisch wirken, folgen sie einer klaren inneren Logik. Ihr typischer Ablauf sieht wie folgt aus:
Zunächst steigen die Kurse von Bitcoin und anderen Krypto-Assets.
Das Interesse an Kryptowährungen wächst, die Aktivität in den sozialen Medien nimmt deutlich zu.
Neue Akteure strömen in die Branche und bringen frische Ideen und Technologien mit.
Immer mehr Projekte und Start-ups entstehen.
Diese neuen Projekte und Unternehmen bringen Produkte auf den Markt, die wiederum neue Inspiration liefern und schließlich den nächsten Zyklus einläuten.

Diese These wird durch Fakten und Daten gestützt. Eine aufschlussreiche Beobachtung – die Ihnen vielleicht bereits bekannt ist – stammt aus Hunderten von Gesprächen mit Gründern verschiedener Kryptoprojekte. Immer wieder hören wir dieselbe Geschichte: „Ich bin erstmals 2011, 2013 oder 2017 auf Kryptowährungen aufmerksam geworden, als die Kurse explodierten und alle darüber sprachen. Zuerst dachte ich, es ginge nur ums Geldverdienen. Dann begann ich, Whitepapers und Blogartikel zu lesen, erkannte das technologische Potenzial und verliebte mich schließlich in die Idee.“
Kürzlich haben wir bei a16z ein internes Projekt durchgeführt, um zu prüfen, ob die Daten dieses Muster bestätigen. Mit Unterstützung unseres Krypto-Datenwissenschaftlers Eddy Lazzarin analysierten wir fast ein Jahrzehnt an Daten – darunter Kommentare in kryptobezogenen Subreddits, Code-Commits auf GitHub sowie Pitchbook-Daten. Die Ergebnisse sind in der folgenden Grafik dargestellt.
Erster Zyklus: 2009–2012
Der erste Zyklus der Kryptoindustrie gipfelte im Jahr 2011. Zuvor betrachteten selbst die leidenschaftlichsten Bitcoin-Enthusiasten die Technologie lediglich als interessantes Experiment ohne praktischen Nutzen. Doch dann erkannten Unternehmer, dass sich mit Kryptowährungen auch Geschäftsmodelle aufbauen lassen. In dieser Zeit entstanden viele der heute führenden Börsen, Hersteller von Mining-Hardware und Wallet-Anbieter.

Anmerkung der Redaktion: In der obigen Grafik zeigen die fünf Datenreihen von oben nach unten: den BTC-Preis (oberste orangefarbene Linie), die Entwickleraktivität (blaue Linie), die Gründungsaktivität (grüne Linie; sie erfasst die Gesamtzahl der Erstfinanzierungsrunden von Krypto-Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum), die Social-Media-Aktivität (violette Linie) sowie die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen (unterste orangefarbene Linie).
Bemerkenswert ist, dass Entwicklungs- und Gründungsaktivitäten sowie die Diskussionen in den sozialen Medien auch nach dem einsetzenden Kursrückgang weiter anhielten. Wie wir später sehen werden, gilt dieses Muster auch für die beiden folgenden Zyklen.
Zweite Phase: 2012–2016
Die zweite Phase erreichte Ende 2013 ihren Höhepunkt – für viele Menschen außerhalb der Tech-Branche war dies vermutlich der Moment, in dem sie zum ersten Mal von Bitcoin hörten. In dieser Zeit verzehnfachte sich die Zahl der Entwickler und Projekte nahezu. Viele bedeutende Projekte wurden in dieser Phase gegründet oder finanziert, allen voran Ethereum. Dessen Einführung löste indirekt den dritten Krypto-Boom im Jahr 2017 aus. Ein zentrales Merkmal dieser Zyklen ist, dass jeder von ihnen den Grundstein für den nächsten legt.

Dritte Phase: 2016–2019
Ihren Höhepunkt erreichte die dritte Phase im Jahr 2017, als Kryptowährungen zunehmend in den Fokus der breiten Öffentlichkeit rückten. Auch in dieser Phase verzehnfachte sich die Zahl der Entwickler und Startups erneut. Die Kryptotechnologie entwickelte sich Schritt für Schritt von einer Nischenerscheinung zu einer echten, aufstrebenden Branche.

Betrachtet man alle drei Phasen in einer einzigen Grafik (siehe unten), zeigt sich: Trotz kurzfristiger Schwankungen wachsen alle Schlüsselindikatoren langfristig und kontinuierlich. Die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten (CAGR) der vier Indikatoren über alle drei Phasen hinweg liegen bei: BTC-Preis (196,4 %), Entwickleraktivität (74,4 %), Gründungsaktivität (53,9 %) und Social-Media-Aktivität (207,5 %).

In der obigen Grafik zeigen die Logos in der obersten Reihe repräsentative, hochwertige Projekte der jeweiligen Phase. In der dritten Phase entstanden Dutzende spannender Projekte in Bereichen wie Zahlungsverkehr, Finanzen (DeFi), Gaming, Infrastruktur und Web3-Anwendungen. Viele davon werden in naher Zukunft starten und könnten den nächsten großen Krypto-Zyklus antreiben.
In den letzten zehn Jahren sind unzählige neue Ideen, Technologien und Projekte entstanden – sie alle bilden die treibende Kraft für Innovation in der Krypto-Branche. In den kommenden Jahren werden Entwickler und Unternehmer diese Entwicklung weiter vorantreiben. Wir sind gespannt auf das, was noch kommt.
