DOJ-Stellungnahme: Nur Code zu schreiben ist kein Verbrechen, aber der Storm-Fall bleibt ein Prüfstein
BroadChain News, 28. April – Laut Bitcoinist erklärte Todd Blanche, amtierender Generalstaatsanwalt des US-Justizministeriums (DOJ), auf der Bitcoin 2026-Konferenz, das Ministerium habe seine Strafverfolgungsposition geändert: Das bloße Schreiben von Code solle nicht mehr Ziel strafrechtlicher Verfolgung sein. Blanche betonte, dass die strafrechtliche Verantwortung von Handlungen, Wissen und Absicht abhänge, nicht vom Akt des Programmierens selbst. Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, fasste zusammen: „Ein Verbrechen ist ein Verbrechen – Code an sich sollte nicht verurteilt werden.“
Diese Aussage zielt darauf ab, auf die langjährige Unzufriedenheit der Krypto-Branche zu reagieren – dass US-Staatsanwälte die Grenze zwischen dem Schreiben neutralen Codes und der Beteiligung an illegaler Nutzung von Code verwischt hätten. Blanche erklärte, man habe „die Ermittlungsmethoden grundlegend geändert“ und erlaube Anwälten von Entwicklern, sich direkt an das FBI oder ihn selbst zu wenden, falls das Verhalten der Staatsanwaltschaft nicht mit dem Memorandum übereinstimme. Er räumte jedoch ein, dass einige laufende Fälle aufgrund „komplexer Fakten und schwieriger Verfahren“ noch bearbeitet würden.
Keri Curtis Axel, Verteidigerin von Roman Storm, Mitbegründer von Tornado Cash, stellte klar, dass die Äußerungen des DOJ keine Hoffnung böten. „Das DOJ behauptet, ‚die Spielregeln zu ändern‘, während es gleichzeitig Storm weiterhin anklagt – das ist völlig unglaubwürdig.“ Der vom SDNY (Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von New York) angestrebte Präzedenzfall stehe in völligem Widerspruch zum Blanche-Memorandum und zur Politik des Präsidenten. Der Fall Storm werde zum Prüfstein für die Kluft zwischen politischen Signalen und der Realität vor Gericht. Wenn die Staatsanwaltschaft den Missbrauch von Werkzeugen durch Dritte den Softwareautoren zuschreiben könne, sei das Risiko für Entwickler nicht beseitigt.